..und wie du deine persönliche Farbpalette erstellst!
Eines der häufigsten Styling Missverständnisse, das mir immer wieder begegnet und durch die neusten Trendfarben, nur noch verstärkt wird ist:
„Je mehr Farben ich im Schrank habe, desto mehr Outfits kann ich damit kombinieren.“
Dieser Glaubenssatz macht sich beim Shoppen dann gerne folgendermassen bemerkbar. Kommen die diese Gedanken bekannt vor?:
Achtung! Fehlkaufalarm!
Diese Annahme (mehr Farben oder mehr Teile = mehr Outfits) ist zwar theoretisch, rein rechnerisch richtig, stilistisch macht sie aber wenig Sinn.
Auch wenn wir natürlich die buntesten und wildesten Farbkombis tragen könnten,- die wenigsten Frauen möchten das.
Nicht jede Farbkombi passt zu jeden Typ.
Oder zu jedem Stil.
Vor allem aber: Die Qual der Wahl vor dem kunterbunten Kleiderschrank verwirrt und erzeugt unnötig Stress.
Vor lauter Farbreizen sehen wir nicht mehr, was wirklich toll zusammenpassen würde und greifen doch wieder nur genervt zu altbekanntem.
Und schon landet das schöne „mal was anderes Teil“ ungetragen in der letzten Ecke des Schrankes.
Ein wunderschönes Beispiel ist mir dieser Tage auf Instagram über den Weg gelaufen. Das Pariser Brand Sézane trimmt seine Kollektionen nämlich konsequent nach Farbthemen. Kannst du dir vorstellen, was für eine Freude es ist hier Outfits zu kombinieren? Alles passt zu allem. Inklusive der Accessoires und Schuhe. Keine schwarzen Verlegenheitspumps, die ja laut Verkäufer*in „zu allem passen“ (tun sie nicht!)
Hier wurde sich die Mühe gemacht und alles so perfekt abgestimmt, dass es passend aber nicht überstylt aussieht.
Die Bilder unten sind zu farbig für dich? Wenn du hier noch etwas mehr Teile in zeitlosen neutralen Farben hereinbringst, bleibt die Kollektion genau so kombinierbar, wirkt aber etwas ruhiger.

Wie viele und welche Farben ideal für deine Garderobe sind liegt vor allem an deinem Stil.
Keine Panik, falls dir das jetzt extrem wenig vorkommt. Wenn du dir z.B. einen speziellen Blauton aussuchst, dann wirst du sicher auch auf leicht hellere und leicht dunklere Varianten dieser Farbe zurückgreifen. Das ist auch überhaupt kein Problem für die Kombinierbarkeit. Solange der Farbton erhalten bleibt -also ein Nachtblau nicht plötzlich lila wird-, sondern blau bleibt.
Und dann gibt es ja auch noch das Thema Muster und Accessoires! Sie sind ein wunderbarer Weg um Abwechslung und weitere Farben in deinen Look zu bringen, ohne die Kombinierbarkeit der Teile zu verlieren.
Mit Mustern kannst du ganz leicht neue Farben (evt. gerade unerwartete Farbtupfer) in deinen Look bringen, wenn du darauf achtest, dass auch mindestens eine der Farben deiner definierten Farbpalette in dem Muster vorkommt. So kannst du das Muster ideal mit deinen anderen Kleidungsstücken kombinieren.
Du hast bestimmt, wie viele Farben du haben möchtest und wie viele Neutraltöne (schwarz, weiss, grau, braun, beige, creme, marine) darunter sein sollten? Super! Dann geht’s jetzt an die bunten Farben.
Erlaubt ist hier was gefällt und zu dir passt! Regeln wie „kein schwarz zu blau“ und Ähnliche sind hoffnungslos veraltet. Suche dir Farben, die du liebst und die du mit deinen neutralen Tönen kombinieren kannst.
Je leuchtender deine Farben, desto dominanter, kraftvoller, präsenter dein Outfit und deine Wirkung auf andere Menschen.
Je gedämpfter deine Farben, desto nahbarer, softer und freundlicher wirkt dein Outfit.
Plötzlich ist es so logisch, warum viele zurückhaltendere Frauen so unglücklich sind, wenn ihnen in einer Farbberatung der starke „Wintertyp“ attestiert wird mit all seinen leuchtenden fuchsia, pink und Türkistönen.
In deine Farbpalette gehören nur Farben, in denen du dich selbstsicher und attraktiv fühlst und die die Ausstrahlung besitzen, die du dir wünscht.
Evt. wirst du je nach Gelegenheit mal kraftvoller und dominater, mal zugänglicher und freundlicher wirken wollen. Dann achtest du entsprechend darauf, dass deine Garderobe beide Farbqualitäten enthält.
Interessant, wie eine kleine Garderobe die wie oben von Sézane auch diesen Spagat schafft, nicht wahr?
Übrigens: Ich bin zwar ein Fan von dem Label Sézane, aber mit ihnen weder verwandt noch verschwägert, noch hat man mir irgendeine Art der Kompensation für diesen Artikel gezahlt. Trotzdem muss ich aus rechtlichen Gründen diesen Artikel als „Werbung“ markieren. Einfach weil ich das Brand erwähnt habe.
Nun wünsche ich dir ganz viel Spass beim Erstellen deiner Farbkarte!
Happy Styling!
Ingrid
PS: Möchtest du deine Farben auf deine Haut-Augen-Haartyp abstimmen? Dann findest du hier meinen Artikel dazu.
Wünscht du dir, dass ich deine Farben analysiere und dir eine individuelle Farbkarte erstelle? Schreib’ einfach an ingrid@stylemehappy.ch und wir besprechen, wie ich dich unterstützen kann.
Letzte Woche habe ich meinen Style News Abonnentinnen zum Thema Farbberatung geschrieben. Und weil dieser Newsletter so viel Echo und Fragen ausgelöst hat, möchte ich diese gern hier und für alle ganz ausführlich beantworten. So dass du dir dein eigenes Bild machen kannst.
Liebe Style News Abonnentin
Diese Woche habe ich wieder so eine Geschichte von einer lieben Kundin gehört! Mit Betonung auf wieder, denn mehr als die Hälfte meiner Kundinnen haben bereits Farbberatungen gemacht, aber langfristig hat es sie nicht weitergebracht.🤷♀️
Das fatale daran:
🛑 Frauen beginnen oft an sich selbst zu zweifeln. Denken, dass sie es "einfach nicht kapieren!" oder "einfach kein Talent haben".
Ein Profi hat ihnen schliesslich gesagt was richtig uns was falsch für sie ist, und wenn es dennoch nicht zum gewünschten Resultat führt muss es wohl an ihnen selbst liegen.
✋ Nooo!!
⚡️ Das liegt nicht an dir, das liegt am System! ⚡️
Du bist nicht zu untalentiert und erstrecht nicht zu blöd!
Probleme von denen mich immer wieder höre bei der klassischen Farbberatung (Das Ding mit den Tüchern):
❤️ Es liegt also wirklich nicht an dir, wenn eine Farbberatung nun leider doch nicht der Schlüssel war, um einen wirklich tollen authentischen Look zu entwicklen.
Das Thema Farbe ist definitiv ein interessantes und wichtiges im Styling, aber das Äusserliche ist nur ein Teil davon.
🤷♀️ Warum sollte Frau sich den Kopf zerbrechen über beige Nuancen, die sich so wenig unterscheiden, dass du den Unterschied ohnehin nicht siehst?
Bringt das wirklich was?
Wohl kaum😉
Ich habe mich deshalb ganz bewusst gegen die Arbeit mit den Tüchern und Schubladen und für einen persönlicheren Ansatz entschieden. Dabei geht es neben den Äusserlichkeiten genau darum: Deine Persönlichkeit, deine gezielte Wirkung.
Welche Farben passen zu deiner Persönlichkeit und welche Farbkombinationen unterstützen, was du aussagen willst?
❤️ Freude, Natürlichkeit, Offenheit, Kraft, Kreativität, Extravaganz, Kompetenz,... you name it! Die Kombinationsmöglichkeiten sind endlos und lassen sich wunderbar mit Hilfe der Farbpsychologie ausdrücken.
Wie findest du Farben die deine Persönlichkeit unterstützen?
Schau' mal hier: Ich habe eine ganze Reihe von Artikeln zu jeder Farbe geschrieben. Academy of Style Blog
Profi Alternative:
Du möchtest ein individuelles Style Coaching? Dann antworte mir ganz unkompliziert auf diese mail. Was sind deine Wünsche und Fragen?
Farbe, Body, Style - alles zusammen? Gern helfe ich dir!
Happy Styling☀️
Ingrid
Viele Leserinnen haben mir geschrieben:
Und einige meiner Leserinnen wollten es ganz genau wissen:
Das ist eine Frage, die ich mich immer gesträubt habe öffentlich zu beantworten, weil ich bloss niemand vor den Kopf stossen wollte. Das will ich auch heute nicht, aber ich möchte auch offen und transparent sein und schlussendlich ist mir das zweite wichtiger.
Also offen heraus mit der Antwort. Kurz und schmerzlos:
Ein geschultes Auge, bzw. ein erfahrener Stylist braucht schlichtweg keine Tücher. Punkt.
Eine gute Friseurin setzt dir auch nicht 10 Perücken auf, bevor sie deine Haare schneidet
Ich habe auch früher einmal mit den Tüchern gelernt, aber es war immer der Anspruch, dass wir später ohne diese arbeiten werden. In aller Offenheit: Tücher sind hilfreich, wenn man sehr unsicher ist, aber das sollte ein Profi halt nicht sein. Ganz, ganz wenige Frauen sind farblich so schwierig zu analysieren, dass die Tücher wirklich helfen. Und wenn die Nuancen so fein sind, dass selbst ein Profil mehrmals Tücher schwingen muss um sie zu erkennen, hat die Kundin dann eine reelle Chance diese Unterschiede selbst zu sehen? Bringt dieser Aufwand und der Stress, der dadurch beim Ankleiden und Shoppen entsteht überhaupt etwas??
Ich glaube, dass die meisten erfahrenen Beraterinnen sehr gut ohne ihre Tücher auskommen würden, aber es gibt natürlich einen Punkt, der diese sehr wertvoll macht:
Sie machen eine super Show! Man kann aus einer äusserlichen Farbberatung, (für die 2-3 Fotos und einige Minuten Zeit genügen würde) einen langen, eindrucksvollen Prozess machen. Und für einen ausführlichen Prozess, ist Frau (und Mann sicherlich auch) einfach bereit mehr Geld zu zahlen, als für eine zehnminütige Beratung über zoom, nicht wahr?
Völlig irrational, oder?
Eigentlich glauben wir, wir zahlen für ein Resultat, aber das machen Menschen manchmal eben doch nicht. Wenn es Zeit kostet kommt es und wertvoller vor.
Andererseits: Wo wir doch heutzutage alle vielbeschäftigt sind, sollte nicht das Gegenteil der Fall sein? Möchten wir nicht liebe für Zeitersparnis zahlen?
Fazit:
Warum sollte die Branche also ein finanziell funktionierendes Modell ändern?
Oft höre ich auch die (berechtigte!) Frage:
Ja, das sind sie- Aber das sind sie bei den Tüchern auch!
What??
Wenn du schon eine Farbberatung gemacht hast, dann hast du evt. auch diese glänzenden Polyestersatin Tücher erlebt. Wer trägt schon Kleidung aus solchen Stoffen? Niemand, oder? Auf anderen Materialien wirken Farben wieder ganz anders. Daher sind die Tücher auch nur untereinander vergleichbar. Mit den Stoffen, die du später gern tragen möchtest sind die nur bedingt vergleichbar. Genau so ist es mit den Farben am Monitor auch. Hier gibt’s also nicht wirklich einen Vor- oder Nachteil für eine live vs. Online Beratung.
Ganz elementar wichtig finde ich daher, meinen Kundinnen zu erklären welche Qualitäten bzw. Eigenschaften ihre optimalen Farben besitzen müssen. Wie erkenne ich das „richtige rot“? Ganz besonders, wenn ein Teil wunderbar gefällt, aber diese Farbe ist nunmal nicht genau die wie auf der Farbpalette? Passt sie dann noch, oder schon nicht mehr? In einer persönlichen Farbpalette tauchen vielleicht 2-3 Blautöne auf. Es gibt aber hunderte Blautöne (eigentlich noch viel mehr, unser Augen kann sie aber nicht mehr erkennen). Sehr gut möglich, dass unser neues Lieblingsteil im Laden nun einen andern Farbton aufweist, als die Farbpalette. Trotzdem kann es ganz toll passen. Damit du mit Sicherheit deine Farben auch identifizieren kannst, ist es so wichtig zu verstehen, was deine Farben genau ausmachen. Das kann (und sollte) man live oder in einem online Call sehr gut besprechen.
Jetzt haben wir immer nur von äusserlichen Farben gesprochen. Mindestens genauso wichtig ist aber unsere Inneres, unser Wesen.
Ich habe es nicht selten erlebt, dass sich Frauen von den Farben die äusserliche wirklich schön zu ihnen passen würden einfach nicht repräsentiert fühlen. Manchmal sind sie z.B. einfach zu grell, zu auffallend, manchmal zu soft und unscheinbar. Ganz besonders Frauen, die als "Wintertyp" eingeteilt wurden erzählen mir, dass sie ihre Farben als zu auffallend, dazu stark oder machmal auch zu unnatürlich empfinden.
Keine Sorge! Es ist sehr gut möglich, Farben zu finden, die viele Qualitäten der Winterfarben teilen, aber softer und zurückhaltender sind. Dies kann man individuell sehr schön erarbeiten. Ein Schubladensystem mit nur 4 Optionen (Frühling/Sommer/Herbst/Winter) kann dies' aber natürlich nicht.
Hier höre ich manchmal von grosser Enttäuschung und auch Unverständnis. Nach dem Motto: "Sollte ich die Farben die mir stehen nicht auf Anhieb wunderschön finde?" Das würde die Arbeit aller Stylistinnen und Farbberaterinnen sehr viel leichter machen. Leider ist das nicht immer realistisch. Wir Menschen sind nun mal sehr durch unser persönliche Geschichte beeinflusst. Vielleicht magst du gelb einfach nicht, weil es dich an dieses GRAUENHAFTE Sofa erinnerst, dass deine Eltern 20 Jahre lang vor ihrer braunen Wand stehen hatten? Oder violett kannst du einfach nicht leiden, weil du zu oft gehört hast:"Lila der letzte Versuch?!" und dann hatte diese Tante immer lila an- auch noch in Kombi mit Leoprint?
Und schon ist es passiert! Du hast vielleicht mahagonifarbene Haare und grüne Augen und lila wäre DIE Farbe für dich! Aber es funkt einfach nicht zwischen euch.
Kurzum: Welche Töne passen zu Dir, deinem Leben und zu dem, was du der Welt über dich erzählen möchtest? Was möchtest du ausstrahlen?
All das kann man im Gespräch sehr schön herausfinden und bei der Erstellung einer individuellen Farbpalette berücksichtigen.
Ich weiss, dass ich viele viele Stil- und Farbberaterinnen in meiner Leserschaft habe. Und es ist wirklich nicht mein Ziel meinen Kolleginnen zu beleidigen oder schlecht zu machen. Ganz im Gegenteil! Ich denke, wir sollten zusammenhalten um unsere Branche zu stärken und nach vorne zu entwickeln. Und daher halte ich mich auch nicht (mehr) zurück, wenn ich das Gefühl habe eine alter Prozess bräuchte mal eine Generalüberholung. Viele haben mit den Tüchern gelernt, hatten keinen Bedarf, dieses zu hinterfragen und sind einfach dabei geblieben. Ich will auf keinen Fall sagen, dass dies alle schlechte Beraterinnen sind. Aber wir haben mittlerweile grossartige technische Möglichkeiten, und eine Gesellschaft die mehr und mehr ich individuellen Lösungen strebt. Warum dies' nicht zum Nutzen aller verbinden?
Online Farbberatungen bieten tolle die Chance, dir eine Stylistin zu suchen bei der du dich wirklich aufgehoben fühlst. Von der du das Gefühl hast, sie versteht dich wirklich, tickt ähnlich und kann das Beste für dich rausholen. -Anstatt jemanden buchen "zu müssen", die zufälligerweise in deiner Nähe wohnt. Du hast plötzlich eine riesen Auswahl. Denn am Ende ist eine Farbberatung natürlich eine sehr persönliche Angelegenheit und kein automatisierter Prozess. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Freude und eine erkenntnisreiche Farbberatung!
Happy Styling!
Ingrid
PS: Hast Du Anmerkungen, Fragen oder Erfahrungen zum Thema? Ich freu' mich wie immer über dein Kommentar in der Box unten.
PPS: Bekommst Du eigentlich auch schon die Style News? Ich schreibe für alle Modeliebhaberinnen wöchentlich über Style Tipps & Tricks, Hintergründe, meine Erfahrungen & Beobachtungen als Stylistin, Inspirationen und natürlich darf das ein oder andere Goodie & Freebie auch auch nicht fehlen. Du kannst dich hier kostenlos eintragen.
Neulich durfte ich ein Style Coaching erleben, dass ich so schnell nicht vergessen werde. -Wenn überhaupt! Ich bin noch immer so fasziniert, dass ich dieses Erlebnis unbedingt mit dir teilen möchte.
Wir waren über zoom verabredet und natürlich hatte ich mich vorab mit einem umfangreichen Briefing auf die Kundin vorbereitet. Mir war aufgefallen, dass sie im Briefing kein Wort zum Thema Körper verloren hat. Normalerweise schreiben mir meine Kundinnen, was sie an ihrem Körper mögen und auch einen ganze Menge Dinge, die sie nicht mögen, oder kaschieren möchten.
Sie schrieb' nichts von alledem.
Ich glaube nicht, dass das irgendwann schon einmal vorgekommen ist.
Keine grosse Sache, ich frage einfach nochmal nach in unserem Style Coaching. Schliesslich möchte ich, dass sie sich 100% wohl fühlt in ihren Outfits. Ich frage also, welche Körperteile sie gern betont durch ihre Kleidung, welche vielleicht weniger.
Ihre Antwort hat mich komplett von Hocker gehauen:
"Ach Ingrid weisst du, mein Körper hat schon echt viel für mich geleistet. Ich habe ihn zeitweise extrem getrimmt, dann wieder völlig vernachlässigt. Trotz aller Torturen hat er mir zwei gesunde Kinder geboren. Für all das bin ich echt stolz auf meinen Körper und wie er aussieht ist mir eigentlich völlig egal."
Ich LIEBE diese Perspektive!
Wie leicht ist es doch zu sagen:
"Hey, Body Positivity ist der Mindset der Stunde -liebe deinen Körper einfach! Jetzt! Juhu, wir lieben alle unsere Körper!"
Das ist genau, was viele Medien uns gerade einreden. "Leg' den Schalter um und liebe deinen Körper jetzt sofort. -Obwohl wir (die Medien) dir jahrzehntelang gephotoshoppte 20-jährige Models Größe 32 präsentiert haben."
Natürlich wäre es schön, den Schalter einfach umzulegen, aber wer kann das schon? Genau deshalb finde ich den Ansatz meiner Kundin so brilliant.
Lass' uns doch mal daran denken, was dein Körper schon alles Gutes für dich geleistet hat! Ich wette, dass ist viel mehr als was dir im ersten Moment einfällt.
Wann hast du deinen Körper wirklich getriezt und er hat alles geschluckt und mitgemacht?
Mein persönliches Beispiel: Während meiner Karriere im Design und Produktentwicklung bin ich während fast 7 Jahren ca. 50% meiner Arbeitszeit rund um den Globus gejettet. Ständig Langstrecken, kaum Schlaf, irgendwelches Essen auf die Hand, Zeitumstellung, oftmals 2 Inlandsflüge am Tag. Zwischendurch arbeiten,- die Flugzeiten könnt ihr euch also vorstellen.
Ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, was ich meinem Körper eigentlich antue.
Wieviel Zeit schenken wir eigentlich unserem Körper? Fitness, bewusste Ernährung, gute Schuhe, ergonomische Arbeitsplätze... Ich hoffe, bei dir schaut es da besser aus, als bei mir.
Ganz nebenbei ist genau dieser Körper oftmals auch noch fähig uns Kinder zu schenken, als wäre es ein Spaziergang. Das war für meinen Körper zwar definitiv nicht so, umso dankbarer bin ich aber für eine gesunde Tochter.
Du hast längst bemerkt, was ich sagen möchte: Wenn wir unserem Körper dankbar sind und uns bewusst machen, was er eigentlich leistet, fällt es plötzlich viel leichter vermeintliche Makel zu ignorieren, oder? Ist es nicht viel grossartiger, was unser Körper uns ermöglicht und mitmacht, als das er vielleicht breite Schultern hat? Schwere Waden (ich)? Einen Bauch?
Noch weiter treibt es die Modepsychologie
Wusstest du, dass es eine wissenschaftliche Disziplin rund um Mode gibt? Ich habe im Studium noch "Soziopsychologie der Kleidermode" belegt. Eines meiner Lieblingsfächer! Aktuell wird die Disziplin besonders von Dr. Dawnn Karen vorangetrieben, die am FIT in New York lehrt. Sie fokussiert sich voll und ganz darauf, welche Signale ein Mensch mit seiner Kleidung aussendet. Diese Message wirkt auf den Träger selbst und natürlich auf das Umfeld. Körperlichkeiten werden hier bewusst aussen vor gelassen, bzw. sogar als veraltet und oberflächlich abgetan.
So sehr ich die Modepsychologie auch liebe und für total unterschätzt halte- sogar von vielen Stilberatern und der Modeindustrie, aber ganz so weit sind wir noch nicht. Meine Meinung. Wir leben nach wie vor in einer recht körperbetonten Welt und sollten das nicht einfach ignorieren.
Ausserdem: Es ist eine Tatasche, dass manche Stoffe und Schnitte und für gewisse Körperformen besser geeignet sind als andere. Nicht nur optisch, sondern was den Komfort und die Bewegungsfreiheit in der Kleidung angeht. Soll heissen: Nicht jede Frau fühlt sich in jedem Material/Schnitt gleich wohl und das ist körpergegeben. Nur wenn wir uns wohlfühlen in unserer zweiten Haut, können wir auch eine positive, anziehende Ausstrahlung erreichen, nicht wahr?
Ich verstehe es total, dass ihr mir diese Frage so oft stellt. Hier auf dem Blog gibt es ja auch einige Artikel dazu. Zum Beispiel dieser hier.
Deshalb ist es für mich nicht damit getan, einfach Body Positivity zum Mantra des Jahres auszurufen und zu glauben, nun seien alle Frauen glücklich mit ihrem Körper.
Kaschieren vs. Body Positivity vs. Modepsychologie. Ihr seht, hier gibt es durchaus verschiedene Meinungen.
Was ihr bisher gelesen habt, ist mein Gedankenkarussel zum Thema Körper.
Ihr könnt euch also vorstellen, wie angetan ich vom Ansatz meiner Kundin bin. Er bietet einen echten, glaubwürdigen und authentischen Weg zu mehr Freude am eigenen Körper und damit auch zu mehr Lust auf Kleidung die uns wirklich entspricht und somit happy macht. -Anstatt sich von jedem Röllchen irritieren zu lassen à la: "Dies' darf ich nicht und das kann ich nicht..."
Lass' uns wirklich loslegen, anstatt nur zu denken!
Ein Mode Journal oder Style Book ist eine wunderbare Möglichkeit dazu. Ich habe mein Style Book bisher nur dazu genutzt, Ideen und Bilder zu sammeln, aber warum nicht auch mehr Gedanken und Dankbarkeit einfügen.
Zum Beispiel diese:
Konnte ich dich zu ein bisschen mehr Selbstliebe anregen? Lass' mich gerne wissen, was du zum Thema denkst - unten im Kommentarfeld.
happy styling!
Ingrid
PS: Wünscht du dir auch ein persönliches Style Coaching? Schreib' mir einfach an office@stylemehappy.ch und wir besprechen deine Ziele.
Diese Frage ist mir in den letzten Wochen mehrmals über den Weg gelaufen und weil sie mich jedes mal so wahnsinnig triggert, widme ich Shein und Wish meinen Blog der Woche.
Ich habe weder bei Shein noch bei Wish oder Ali Express oder ähnlichen Händlern je bestellt und werde es auch nicht tun. Warum fühle ich mich trotzdem befugt über das Thema ultra-billig-fast-fashion zu schreiben?
Bevor ich mich als Stylistin selbstständig gemacht habe, bin ich während 7 Jahren (11 wenn ich die Zeit in der Einrichtungsbranche dazu zähle) sehr regelmässig nach China, Indien, Thailand, Vietnam sowie diverse osteuropäische Länder gereist um dort Qualitätskontrollen in Bekleidungsfabriken zu organisieren, Tester zu schulen, "Probleme" verschiedenster Art mit den Fabriken vor Ort zu klären.
Mit ca. 50-60 Fabriken habe ich teilweise sehr intensiv (regelmässig über mehrere Wochen vor Ort) zusammen gearbeitet. Ich traue mir also zu, Löhne (vor allem in chinesischen Fabriken), Lebenshaltungskosten, Produktionsbedingungen und Qualität einschätzen zu können.
Bevor du jetzt denkst: "Jetzt kommt sie mir mit langweiligen Nachhaltigkeitsthemen- interessiert mich nicht!" Liess' trotzdem weiter. Wir kommen noch zu deinem Körper, zu deinem Styling, deiner Ausstrahlung.
Beide Hersteller arbeiten hauptsächlich mit 100% Polyester. Anders ist es auf diesem Preisniveau auch kaum möglich. Es kommen nur die billigsten der billigsten Fasern in Frage. Damit sollte sich die Frage nach der Qualität schon fast von selbst erledigt haben.
Trotzdem: Ich verteufle Polyester nicht von A-Z, für manche Kleidungsstücke benötigen wir Kunstfasern um eine grosse Strapazierfähigkeit oder andere Eigenschaften zu erreichen. Für MANCHE Kleidungsstücke.
Aber eine sommerliche Rüschenbluse für 12€ aus 100% Polyester??
Liebe Ladies, die die Frage nach Qualität so oft in den Social Networks stellen: Was genau bedeutet Qualität für euch? Was erwartet ihr auf diesem Preisniveau? Das es euch im Sommer jucken und schwitzen wird darin. Das erwarte zumindest ich.
Wie fühlst sich das an, wenn man so ein Plastikteil durch den Sommertag trägt? Was macht es wohl mit der Ausstrahlung der Trägerin, wenn sie schwitzt, das Teil ständig in Form zieht und sie sich konstant Sorgen macht, dass es riechen könnte? Kann das noch "Qualität" sein?
Wahrheiten, die Instagram nicht zeigt.
Um völlig transparent zu sein: In den Fabriken im unteren bis mittleren Preissegment, die ich in China besucht habe, zahlten meine Arbeitgeber oftmals die Shein und Wish Verkaufspreise als Einkaufspreise. Wie man also Verkaufspreise von 1€ für 9 Ringe, 14€ für ein gerüschtes und gerafftes Sommerkleid oder 11€ für einen Bikini mit Bügeloberteil erreichen kann, kann ich nur erahnen bzw. von den Standards im unteren Preisumfeld noch ein paar Qualitätspunkte abziehen.
Grundsätzlich funktioniert fast-fashion nur fast. Klar. Das betrifft vor allem die Produktion.
Eine Näherin näht niemals das ganze Kleidungsstück, sondern nur eine Naht. Dann wandert das Stück zur Nächsten. Jede Näherin (i.d.R. Frauen) wird nach Anzahl Nähten gezahlt, die sie am Tag schafft. Natürlich benötigt sie bei den üblichen Hungerlöhnen jeden Cent.
Hat sie also Zeit, die Nähmschinennadel auszuwechseln, wenn sie merkt, diese wird langsam stumpf? Natürlich nicht. Die Folge: Löcher entlang der Naht. Macht ja nix bei den Preisen!
Hat sie Zeit und Muße ein Teil auszusortieren, wenn sie merkt, sie hat mal schief genäht? Wohl kaum! Das würde sie bares Geld kosten.
Hat sie wohl Zeit ihre Nähmaschine nachzujustieren, wenn sie merkt, die Spannung des Fadens ist zu straff? Erstrecht nicht. Dann wellt sich die Naht eben. Da werden die Kollegen im "Finishing Department" später einmal kräftig drüber bügeln und dann schaut's wieder super aus. Das die Wellen in der Naht nach dem Waschen wiederkommen, merkt die Kundin ja erst nach dem Waschen. Und dann ist das Teil ja eh fast reif für den Müll. Macht ja nichts. War ja billig.
Für mich ist es schwierig, Shein und Wish, aber auch Primark, H&M, Mango und grösstenteils auch Zara und andere mit dem Wort Qualität in Verbindung zu bringen. Das ist schlichtweg Kurzzeitfashion, die massenhaft getragen wird daher wenig individuell ist. Preisbedingt werden billigsten Materialien genutzt, denen man die Minderwertigkeit sehr schnell ansieht.
Hier und da ein Fashion Teil- wer will es verdenken. Aber schauen wir es als das an, was es ist: Eine modische Eintagsfliege die vielleicht für einen Abend Spass macht. Aber mit Qualität hat das nichts zu tun. Alles andere wäre Augenwischerei.
"Ich hab's nach 2x tragen weggeschmissen, aber das ist ja voll ok bei dem Preis."
NEIN! Das ist nicht ok! Überhaupt nicht ok- für keine Preis! Denn Kleidung ist keinen Wegwerfware!
Es gibt schliesslich keine Maschine, in die wir PET-Flaschen hineinwerfen (oder ein Wollknäuel) und unten kommt ein Pulli raus.
1) Wir brauchen Garn
Die Faser muss erstmal hergestellt werden. Sei es aus z.B. Rohöl (Polyester) oder Baumwolle. Das eine ist energieaufwändig, das andere (immer noch besser) arbeits- und wasserintensiv. Dann muss die Faser gesponnen und gefärbt werden. Und dann haben wir erst ein Garn. Noch nichtmal einen Stoff.
2) Jetzt wollen wir einen Stoff
Garn wurde zur Textilfabrik gebracht und dort gewebt oder gesponnen. Evt. kommt jetzt noch ein Druck auf den Stoff. D.h nochmal Chemikalieneinsatz, von denen wir keine Ahnung haben, nach welchen Kriterien die Hersteller diese auf Unbedenklichkeit prüfen. Ich kann auf den Websites von Shein oder Wish keinen Hinweis dazu finden.
In Europa haben wir Gesetze, welche Chemikalien in Bekleidung vorkommen dürfen. Sämtliche europäischen Marken, die mir bekannt sind, überprüfen dieses streng. Ob sich die chinesischen Billigheimer auch daran halten, obwohl diese Richtlinien für den einheimischen Markt nicht gelten? Und in den USA gelten nochmal andere Richtwerte.
Ob alle diese Bestimmungen eingehalten werden? Kaum anzunehmen. Wer soll all die Labortests auch bezahlen?
3) Jedes Kleidungsstück ist ein Designerstück
Ja, wirklich. Denn irgendwer muss sich auch das billigste Teil einmal erdacht haben. Bestimmt haben, welcher Schnitt in welchem Stoff und in welchem Farbton hergestellt wird. Dazu kommt die Entwicklungsabteilung, die alle Zutaten (Reissverschlüsse, Knöpfe,..) auswählt und Passformkontrollen macht. Hier gibt's eine Menge Geld zu sparen für den Hersteller.
Wer braucht schon einen hochwertigen Reissverschluss, wenn die Kundin das Tiel ohnehin nur 1-2 x tragen wird?
Wenn die Farbe der Knöpfe nicht wirklich zum Stoff passt? Egal.
Wenn die Passform nicht ok ist, dann wird's schmerzlos weggeschmissen, und man verkauft der Kundin etwas neues. Um so besser.
4) Endlich nähen
Nun kann endlich genäht werden. Nach dem Muster wie ich es dir oben beschrieben habe. Jede Näherin macht nur eine einzige Naht. Je mehr sie an einem Tag davon schafft, desto "mehr" verdient sie. Sorgfalt unter diesem Zeitdruck? Unmöglich, wenn man genug Geld für die Familie heimbringen möchte.
5) Ab nach Europa
Jetzt muss das Teil also "nurnoch" am Model fotografiert, verkauft, verpackt und verschifft werden.
Und für all diesen Aufwand, den jedes Kleidungsstück durchmacht verlangen wir dann, dass ein T-Shirt nicht mehr kostet als ein kg Kirschen vom Bauern nebenan.
Ich habe es neulich auch meiner Facebook Gruppe gesagt: Ich gönne jedem Bauern von Herzen einen guten Lohn (und den haben sie ja anscheinend auch nicht wirklich), aber ich gönne auch jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter in der Bekleidungsindustrie einen fairen Lohn.
Shein schreibt auf der eigenen Homepage, man sei eine "grosse Familie" und zahle selbstverständlich faire Löhne.
An dieser Stelle fällt es mir schwer, diplomatische Worte zu finden.
Erstmal: Wer genau ist "wir"? Besitzt Shein die Fabriken? Ich weiss es nicht, halte es aber für unwahrscheinlich, denn kompliziert und aufwändig. Produktion an Lohnbetriebe auszulagern ist im fast-fashion Geschäftsmodel die schlankere Lösung. Wenn sie die Fabriken also nicht besitzen- wie kontrollieren sie dort die Löhne? Schwierig. Sehr schwierig.
All diese Menschen, die in den oben beschriebenen 5 Schritten arbeiten sollen schliesslich von der Produktion von 11€ Bikini leben können. Wobei natürlich auch noch Materialien, Maschinen, Logistik, Gewinn und recht wahrscheinlich auch einen nicht unerhebliche Summe für div. Schmiergelder gezahlt werden wollen. -Das ist einfach üblich und keine Dramatisierung meinerseits.
Laut Shein befinden sich die Fabriken im Umland von Nanjing. Jetzt wird's richtig interessant, denn Nanjing liegt im Speckgürtel von Shanghai und ist eine überdurchschnittlich teure Gegend in China. Wer jetzt meint: "Macht ja nix, in China kostete das Leben bestimmt auch nur 50€ im Monat", dem sei gesagt:
Eine 1-Zimmer-Wohnung in Nanjing kostet 2020 durchschnittliche 575$/Monat und ein einfaches McDonalds Meal kostet 4.50$. Kann mir bitte jemand erklären, wie eine Näherin, die das kleinste Rädchen in dem oben beschriebenen Getriebe ist, sich einen Wohnung für 575$ leisten soll? (Quelle: costof.live)
Garnicht. Sie lebt nämlich auf dem Geländes ihres Arbeitgebers in Schlafsälen von gern mal 10-20 Personen, wenn sie eine höhere Position hat ("Linienverantwortliche"), dann auch mal ein Schlafzimmer mit nur 6 Personen. Das macht Sinn, denn wer will schon einen langen Arbeitsweg haben, wenn man 10-14Stunden/Tag arbeitet an 6-7 Tagen in der Woche.
Wie schön, dass du fragst! Falls sie Kinder hat, werden diese üblicherweise von den Grosseltern irgendwo auf dem Lande grossgezogen. Einmal jährlich (!), zum chinesischen Neujahr, ist der Urlaub lang genug um die Kinder und Eltern dort zu besuchen. Alle eine grosse Familie- nicht wahr?
Shein schreibt auf's dreisteste auf der eigenen Website: "... gehören wir zu den ersten Modemarken, die Schritte unternehmen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern."
Hier bleibt mir fast die Luft weg (nicht nur, weil die ersten Modemarken sich um Nachhaltigkeit bemüht haben, da war der Gründer von Shein noch nicht einmal geboren), sondern weil sie danach jegliche Fakten vermissen lassen.
Welche Schnitte unternehmt ihr denn, Shein?
Die wenig überzeugende Antwort:
"Die meisten großen Modemarken verwenden den Siebdruck, bei dem Chemikalien, große Mengen an Farbstoffen/Wasser/Dampf und enorme Mengen an Strom zur Herstellung von Stoffen eingesetzt werden. Shein benutzt eine innovative Digitaldruckmethode."
Liebe Sheinis: Digitaldruck ist schon läääääängst Gang und Gäbe in der Textilindustrie. Wichtig wäre zu wissen: Welche Chemikalien benutzt ihr denn da? An welche Standards haltet ihr euch da, damit wir keinen Ausschlag oder Schlimmeres kriegen? Nicht nur beim Drucken, sondern generell beim Färben? Reach Standard? Öko-Text Standes?
Keine Antwort.
Übrigens: Nachhaltigkeit ist nicht nur Drucken. Stichwort: Polyester, Emissionen durch die extremen Transportwege.
Aber vor allem: Müll durch Überkonsum. Kleidung zu einem Wegwerfartikel zu degradieren ist eine Vergewaltigung des Begriffs Nachhaltigkeit sondergleichen.
Spätestens an dieser Stelle hat Shein in meinen Augen die rote Linie zwischen Marketingjargon und bewusstem Täuschen vom Kunden deutlich überschritten.
Übrigens: Selbst wenn Polyester recycelt werden kann (das Wenigste wird wirklich recycelt und wenn, dann ist es energieaufwändiger als die Neuproduktion eines vergleichbaren Baumwollshirts), während jeder Wäsche landen Microplasiken aus dem Stoff im Abwasser, somit im Meer und schliesslich in der Nahrungskette.
Quelle: Fashiounited. Wie nachhaltig ist recyceltes Polyester wirklich?
Was zu erwarten war: Nichts.
Die britische Zeitung The Guardian, sowie der Nachrichtendienst Reuters wollte auch gern mehr über die Produktionszustände erfahren. Leider war im Hause Shein niemand zu sprechen.
Jetzt mal was ganz anderes. Wie sieht es denn bzgl. Design und Style aus?
Über Geschmack lässt sich ja streiten und von Kleid im "böhmischen Stil" habe ich modetechnisch wirklich noch nie zuvor gehört, aber es tut auch niemandem weh. Also lassen ich meinen persönlichen Geschmack mal aussen vor.
Meine Sichtweise kommt eher aus der Modepsychologie. Wir wissen spätestens seit Forschungen in den 1980er Jahren, dass Mode nicht nur ganz entscheidend beeinflusst, was andere über uns denken, sondern dass unsere Kleidung sehr stark auf uns zurückwirkt.
Wir können uns im wahrsten Sinne des Wortes happier und fröhlicher, aber sogar konzentrierter und erfolgreicher stylen. Eine Referenz für interessierte: Studie über die "angezogene Wahrnehmung". Wir glauben fest an den Look, den wir uns selbst angezogen haben.
Was sagen wir also unserem Unterbewusstsein, wenn wir in einem 25€ Komplettlook aus Polyester im Büro auftauchen?
Vielleicht so etwas in der Art: "Ich kann mir nicht mehr leisten. Ich verdiene nicht genug. Ich bin nicht erfolgreich genug für schöne Kleidung." Macht uns diese Einstellung erfolgreicher? Wohl eher im Gegenteil.
Welche Wertschätzung bringst du deinem Körper entgegen, wenn du deine Haut ungeprüften Chemikalien aussetzt?
Fühlt es sich nicht viel schöner an, ein Teil auszuführen auf das wir uns vielleicht einen Weile freuen mussten, bevor wir es gekauft haben? Ein Teil von dem wir wissen, dass es ein Team von Profis designt hat und das wir lange lieben werden, weil es sich so toll auf der Haut anfühlt? Das uns jedes mal zum Lächeln bringt, wenn wir es sehen?
Das macht einfach etwas ganz anderes mit unserer Ausstrahlung und Anziehungskraft. Und Anziehungskraft ist schliesslich der schönste Style.
Ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten, dir einen meiner Services vorzuschlagen, sondern dir einfach sagen:
Schau' dich gern hier auf dem blog um. Du findest tonnenweise kostenlose Styling Tipps, die dir helfen Teile zu kombinieren und somit mehr Outfits aus deinen bisherigen Teilen herauszuholen. Du findest Tipps zu Farben, Bodytypes, Outfits kombinieren, und und und.
Ich glaube, wir haben alle genug im Schrank und oft fehlen nur die Ideen, wie neue Looks damit stylen. Lass' dich hier inspirieren, denn Shopping im eigenen Schrank ist sogar noch günstiger als bei Shein, Wish oder ähnlichen Brands.
Alles Liebe,
Ingrid
PS: Was auch immer deine Meinung ist, und mag' sie sich auch noch so sehr von meiner Meinung unterscheiden, ich freue mich immer von dir zu hören. Schreibe mir gern in's Kommentarfeld.
Jeder trägt sie, aber trotzdem scheinen Jeans einen ganz ganz schlechten Ruf zu haben.
Was ist bloss los?
Falls du Mitglied im Style Me Happy Club bist, dann kennst du die Frage die ich allen neuen Mitgliedern stelle: „Was bringt dich her? Was möchtest du an deinem Style verbessern?“
Die mit Abstand häufigste Antwort:
„Ich trage immer nur Jeans und Pulli. Ich wünsche mir einen spannenderen Look!“
Zweithäufigste Antwort:
„Ich trage immer nur Jeans und T-Shirt. Ich wünsche mir einen spannenderen Look“
..eine Hassliebe kann man wohl sagen.
Ich glaube aber, dass garnicht die Jeans das Problem sind (die lieben viele Frauen sehr), sondern dass Ideen für Kombinationsmöglichkeiten fehlen. Ganz besonders Kombinationen, die nicht von Kopf bis Fuss "casual-praktisch-bequem" ausstrahlen.
An casual-praktisch-bequem ist im Grunde ja nichts auszusetzen, aber viele Frauen wünschen sich einfach MEHR von ihrem Look. Nicht wahr?
Die Möglichkeiten sind endlos. Was wünscht du dir von deinem Look?
Je konkreter du diese Frage für dich beantwortest, desto persönlicher und individueller wird dein Look ausfallen. Desto mehr wirst du wirken.
Denn wenn du deine Jeans wie gewohnt mit Sneakern und Pulli kombinierst, haben wir schon drei Teile zusammen, die allesamt casual-praktisch-bequem daherkommen. Wie soll hier also noch Eleganz, Femininität, Extravaganz, ... in’s Outfit kommen?
Klar. Accessoires können noch etwas reissen, aber machen wir uns nichts vor- die Mittel sind beschränkt, wenn der Grossteil des Outfits bereits steht.
Natürlich gibt es auch sehr raffinierte Pullis und T-Shirts, aber zumeist sprechen wir wohl von den eher schlichten Basics. Es ist zwar nicht unmöglich, aber schon recht „fortgeschritten“, mit diesen einen wirklich stylischen, weiblichen Look zu erzeugen.
Der Plan ist also: Nur maximal zwei, anstatt drei Kleidungsstücke aus der praktisch, casual, bequem Kategorie pro Outfit. Mindestens eines deiner Teile sollte diese Wirkung brechen und die Ausstrahlung besitzen, die du dir wünscht.
Zur Jeans können es ruhig die Sneaker sein, aber dann brauchen wir ein spezielleres Oberteil. Ein Top oder eine Bluse vielleicht um das Outfit eleganter oder businesstauglicher zu stylen. Hemdblusen mit gekrempelten Ärmeln sind ebenfalls super bequem und lässig, trotzdem bekommt der Look sofort eine gepflegtere, angezogenere Aussage als Jeans mit Pulli.
Oder wie wäre ein glänzender Stoff oder ein Spitzenbesatz um Weiblichkeit in den Look zu bringen? Dies „bricht“ den alltäglichen bequem Look der Jeans und macht dein Outfits sofort viel schicker. Auch wenn es mit Jeans und Senkern immer noch super praktisch bleibt.
Hier bleibst du bei Jeans und T-Shirt, aber ersetzt die Schuhe durch etwas spezielleres. High Heels sind ein sexy Klassiker zu Jeans, aber auch flache Schuhe können dein Outfit extrem aufwerten. Animalprint auf Schuhen (z.B. Ballerinas) sind toll zu Jeans oder auch Schuhe in einer knalligen Farbe. Super schön zu einem lässigen Jeans und T-Shirt Outfits schauen auch Schuhe mit Strass oder anderen glänzenden Elementen aus. Im Sommer ganz besonders Sandalen.
Glattes Leder sieht immer schicker aus als raues (mattes Wildleder), spitze Kappen machen einen feminineren, eleganteren Look als runde kappen und dünner Sohlen schauen eleganter aus, als kräftige Profile.
Der Look polarisiert- ich weiss, aber ich persönlich liebe ihn.
Ich fühle mich in diesem (buchstäblich hemdsärmeligen) Look immer super motiviert. Will etwas schaffen, Dinge anpacken. Vielleicht ist es ja wirklich das Workwear Image, dass den Jeans immer noch anhaftet. Dieses kernige, rustikale. Damit ich mich nicht komplett wie im Blaumann fühle, achte ich immer darauf Dekolleté zu zeigen, sowie auffälligen Schmuck. Ich liebe ganz besonders den Widerspruch aus Workwear und einer grossen Kette oder Ohrhängern.
Grund Nr. 1: Das gesamte Outfit wirkt sehr koordiniert. Wir tragen das selbe Material und (annähernd) dieselbe Farbe von Kopf bis Fuss. Sofort wirkt das Outfit gewollt anstatt zufällig.
Grund Nr. 2 ist der Kragen des Hemdes. Kragen = Seriös. Businesslike. Das ist die Assoziation die wir, dank klassischer Business Dresscodes der letzten Jahrhunderte, verinnerlicht haben.
Und die wir sogar auf das Jeanshemd übertragen.
Wenn es dir also an manchen Tagen besonders wichtig ist, Seriösität, Zuverlässigkeit und typische Businesswerte auszustrahlen, dann denke als erstes an einen Kragen zur Jeans. Sogar, wenn es „nur“ ein ganz casual Jeanshemd ist.
Kennst du eigentlich schon meinen kostenlosen Jeansguide? Ich erkläre dir die typischen Merkmale einer Jeans und worauf du beim nächsten Kauf ganz besonders achten möchtest, so dass dein neues Lieblingsstück einfach sensationell an dir ausschaut! Klicke hier und hol’ dir den Jeans Guide.
Happy Styling!
Ingrid
PS: Ich habe übrigens einen sehr unterhaltsamen Artikel in der Washington Post gefunden zum Thema „Kampf um den trendigsten Jeans Schnitt“. Schau’ hier mal rein (in englisch).
Ich starte meine Blog Artikel ja gerne, indem ich mir ein beliebtes Vorurteil vorknöpfe. In diesem Fall:
Beige macht blass.
Dieses Vorurteil hat gleich zwei Haken:
Beige ist ein zeitloser Klassiker und bringt Eleganz in wirklich jedes Outfit. Es wirkt understated, vornehm, zurückhaltend, hochwertig. Genau deshalb ist beige aktuell auch die Schlüsselfarbe im Trend "Quiet Luxury", "Relaxte Eleganz", oder wie man den aktuellen Zeitgeist auch immer bezeichnen mag.
Grosses Plus: Auch günstige Stoffe sehen in Beige oft wertiger aus als sie sind. Vor allem im Business können dies' natürlich sehr gewünschte Effekte sein.
Aber: Beige strahlt keine besonders grosse Dominanz oder Durchsetzungsvermögen aus. Kommt es dir auf diese Faktoren an? Dann bringe noch schwarz oder dunkelblau als Kontrast in’s Spiel.
Eine Farbe wirkt übrigens nie für sich alleine: Die Wirkung hängt auch immer von der Kombination mit anderen Farben ab.
Tipp: Mit neutralen Farben unterstreichst du die klassisch, edle oder natürliche Wirkung der Farbe, mit bunten Farben bringst du Originalität und Frische in einen beigen Look. Stelle dir ein pinkfarbenes T-Shirt mit einer Hose in beige vor, anstatt einer Jeans: Sofort viel moderner, überraschender und perfekt für’s Office.
Hier müssten wir erstmal definieren, welcher Farbton Beige den ganz genau ist, denn unter Beige versteht jeder ein bisschen etwas anderes und auch bei den Modemarken und Händlern fallen die Farbtöne durchaus unterschiedlich aus. Daher stelle ich dir hier zwei unterschiedliche Varianten von Beige vor:
Ist ein Beige eher gelbstichig (in Richtung Vanille oder Aprikose), dann haben wir einen deutlich warmen Farbton vor uns.
Entsprechend steht es den warmen Farbtypen besser:
Das sind z.B.:
Ist ein Beige eher gräulich wie ein helles grau-braun, dann haben wir einen kühleren Ton vor uns. Beige ist nie ein komplett kühler Farbton (da es immer gelb enthält), aber mit etwas grau getrübt wirkt es deutlich kühler und ist für viele Menschen ein sehr schön tragbarer Ton.
Also auch für die, die eher:
Wenn du ein ausgesprochen kontrastreicher Typ bist mit schwarzem Haar, sehr heller rosiger Haut und blauen Augen, dann gibt es viel schönere Farben für dich als beige. Die Schauspielerin Liv Tyler ist so ein Beispiel.
Ich habe dir zwei völlig verschiedene outfits kombiniert, wie du beige modern und neu tragen kannst, anstatt klassisch und konservativ.

Der Look links wirkt übrigens besonders edel durch den Materialkontrast von Pulli und Rock.
Wer keinen Satinrock tragen mag: Ein schimmerndes Seidentop sichtbar unter dem Pulli hätte eine ähnliche Wirkung.
Faustregel: Je heller die Farben mit denen du beige kombinierst, desto sommerlicher wirkt das Outfit.
Hast du meine anderen Artikel der grossen Farbserie schon gesehen? Es sind bereits erschienen:
Blau, Grün, Gelb, Weiss, Rot, Lila
Kennst du schon unser neustes Goodie? 24 Style Tipps, die deinen Look sofort Upgrade. Hole dir hier kostenlos deinen 24 Style Tipps.
Happy Styling & bis bald
Ingrid
deine persönliche online Stylistin
"Frauen lieben meist was sie kaufen, aber hassen 2/3 von dem, was in ihrem Schrank hängt."
-Mignon McLaughlin
Warum also nicht gleich auf diese vielen Fehlkäufe verzichten? Unser Mode Budget lieber für wenige aber wirkliche Lieblingsteile ausgeben?
Das das Capsule Wardrobe Konzept immer beliebter wird, hat (mindestens) zwei gute Gründe:
Dank der Fast Fashion Industrie mit neuen Trends und günstigen Teilen im Wochenrhythmus besitzen wir heute wesentlich mehr Kleidung als in den 1950er Jahren. Dafür geben wir aber nur ca. die Hälfte des Geldes wie damals aus.
Die Konsequenz: Die Wertschätzung gegenüber der Kleidung sinkt. Es wird schnell gekauft und schnell vergessen. Was ohne Plan gekauft wurde lässt sich schlechter mit der vorhandenen Garderobe kombinieren, passt vielleicht garnicht zu unserem Alltag und endet oft als ungetragener Fehlkauf.
Klar ist: Viel Kleidung bedeutet keineswegs viel Freude.
Das die Bekleidungsindustrie in Sachen Umweltschutz kein Musterschüler ist, ist kein Geheimnis. Transportwege von Afrika (Baumwollanbau) über Asien (Fertigung) nach Europa (Verkauf) sind eher die Regel als die Ausnahme. Dazwischen kommen Pestizide, Rohöl, unzählige Chemikalien (bleichen, färben, drucken, beschichten...) und leider oft auch sehr schlechte Loh- und Arbeitsbedingungen in den Fabriken zum Einsatz.
In jedem Kleidungsstück- und sei es noch so billig- steckt ein sehr aufwändiger Produktionsprozess.
Daher hat es kein Kleidungsstück verdient, ungetragen im Altkleidersack zu landen. Aber:
Unsere Kleidung soll auch etwas für uns tun. Schliesslich tragen wir sie fast 24h am Körper. Kaum etwas ist uns so nah. Sie soll uns ein gutes Gefühl geben, uns repräsentieren und für alle unsere Lebenslagen einsatzbereit sein. Aber ohne uns morgens vor dem Schrank in Stress und Hektik zu versetzen. Und genau da kommt die Capsule Wardrobe in's Spiel.
Wenn du jetzt hektisch denkst: "Ich würde ja gern, aber ich habe Angst davor nur 30 Teile zu besitzen.."
Ein Missverständnis vorab aufgeklärt: Eine Capsule Wardrobe ist nicht das zwanghafte reduzieren auf 30 Kleidungsstücke.
30 ist zwar eine beliebte Grösse bei Capsules (und man kann daraus viel mehr Outfits kombinieren, als du jetzt denkst), aber was genau deine perfekte Anzahl an Kleidungsstücke ist, das bestimmst du. Ich werde dir später dazu eine sehr praktische Formel erklären.
Erkennst du dich in diesen Gedanken? Dann könnte eine kleine, feine Garderobe etwas für dich sein:
Wenn dir der Schritt zu einer kompletten Capsule Wardrobe noch zu gross ist, könntest du mit einer Work-Capsule starten. Einer kleinen Kollektion die du auf deinen Job Alltag angepasst hat. Sie ist ganz besonders interessant, wenn du morgens schwer aus den Federn kommst und dir dann die Kreativität zum Kombinieren von Outfits fehlt. -Wem geht das nicht so?
In dem Fall macht es Sinn, einen Bereich in deinem Schrank nur für die Work-Capsule zu reservieren. So ist morgens alles griffbereit. Bei der Zusammenstellung deine Liste kannst du dich voll und ganz auf deinen Job konzentrieren, das macht es einfach. In vielen Fällen reicht hier tatsächlich schon eine Micro-Capsule von 16 Teilen aus, um dich perfekt einzukleiden. Ganz besonders, wenn du den ultimative Office Klassiker, den Anzug, integrierst. Bevor du jetzt laut "bloss nicht!" stöhnst, zwei Tipps:
Befürchtest du, dass dir eine kleine Garderobe zu langweilig werden könnte? Dass du plötzlich Lust auf modische Abwechslung bekommst, Spontankäufe machst und dann ruck-zuck wieder in der Ausgangssituation zurück bist?
Dann möchtest du vielleicht eine sommerliche und eine winterliche Garderobe erstellen. Das ist besonders schön für Frauen die Farben lieben. Naturbedingt tragen wir im Frühling und Sommer gern bunte, helle und leichte Farben, im Herbst wirken gebrannte Töne, Erd- und Naturtöne passend.
Wenn du diesen Jahrenszeitenwechel liebst: Warum nicht zwei Capsules erstellen? Obwohl: Eigentlich brauchst du garnicht zwei komplette unterschiedliche Garderoben. Du behältst einen Grundstock aus neutralen Tönen und Jeans und tauscht nur die farbigen Akzente aus.
Tatsächlich ist es möglich, das ganze Jahr mit einer Garderobe abzudecken.
Du fragst dich jetzt bestimmt: "Aber was ist im Winter und im Hochsommer?" Da gibt es tatsächlich einen Trick:
Eine Capsule Wardrobe schliesst deine Oberbekleidung ein, nicht aber Wäsche. Unterwäsche spielt eine sehr entscheidende Rolle dabei, deine leichte Kleidung winterfest zu machen. Bei einer Ganzjahrescapsule verzichten wir nämlich grösstenteils auf schwere Winterteile wie z.B. dicke Norwegerpullis. Leichtere Kleidungsstücke (sogar Blusen) können dagegen mit einem Hemdchen aus Wolle-Seide-Mischung ganz einfach wintertauglich gemacht werden.
Und dann ist da ja noch das Trendthema Layering: Also das sichtbare Tragen von mehreren Schichten. Eine weisse Hemdbluse schaut unter einem Strickpulli hervor oder du trägst ein T-Shirt unter einem Jeanshemd. So trägst du deine leichten Teile im Winter und es sieht gleich viel raffinierter aus, als eine einfache Jeans und Pulli Kombi.
Wenn es dir wie mir geht, hast du viel mehr "schöne" Restaurant-Kleidungsstücke im Schrank, als es schöne Restaurants gibt, aber zu wenig Büro-Teile. Um Fehlkäufe zu vermeiden, müssen deine Kleidungsstücke aber unbedingt zu deinem Leben passen.
Wie viele Outfits brauchst du pro Woche für den Job, zu Hause, Freizeit, zum Ausgehen,..? Sicherlich wird es einige Stücke geben, die du zu verschiedenen Gelegenheiten tragen kannst. Dieses einmal wirklich durchzudenken gibt die Klarheit, was du wirklich brauchst und wo deine Garderobe Lücken hat.
Eine Tabelle mit Soll-Ist-Analyse und weiterführende Tipps findest du in meinem Capsule Wardrobe Kit zum kostenlosen Download.
Eine Capsule Wardrobe ist eine durch und durch kombinierbare Garderobe. Wie viele Teile sie genau umfasst liegt bei dir. Achtung: Je grösser sie wird, desto anspruchsvoller wird es, alles kombinierbar zu halten.
Ich schwöre dafür auf diese Formel, für die grösstmögliche Anzahl Outfits mit wenigen Teilen:
6 Oberteile + 6 Unterteile + 3 leichte Jacken + 1 Kleid
Wenn hier alle Teile mit allen kombinierbar sind erhältst du tatsächlich 120 Outfits. Hättest du das gedacht?
Nun müssen wir natürlich auch mal waschen, Teile verschwinden, oder, oder, oder. Es gibt gute Gründe, sich mehr Teile zu wünschen, als 16. Wichtig ist aber, dass du nicht (deutlich) von dieser Relation abweichst. Du könntest z.B.
12 Oberteile + 12 Unterteile + 6 leichte Jacken + 2 Kleider planen. Das ist tatsächlich schon recht viel Stoff.
Wenn du Minimalismus liebst und am liebsten eine Uniform hättest wie Steve Jobs, dann spricht nichts dagegen, das selbe Oberteil 2x oder sogar 3x zu kaufen.
Wenn du Abwechslung in deine Garderobe bringen willst, dann achte darauf, dass deine 12 Oberteile sehr unterschiedlich sind. Langärmelig, kurzärmelig, mit Kragen und ohne, helle und dunkle Farben, Blusen und T-Shirts, matte und schimmernde Stoffe, ...
Das selbe gilt natürlich auch für die Unterteile und Jacken.
Erstelle ein Style-Diary
Bevor du dich entscheidest, auf welchen Kleidungsstücken du deine Capsule aufbauen möchtest, macht es Sinn zu schauen welche Teile du heute schon viel trägst und natürlich: Ob sie gut an dir aussehen. Das können wir mit etwas Distanz am besten beurteilen. Diese Distanz schafft ein Foto.
Mache also jeden Tag ein Spiegelselfie von deinem Look. Auch von Outfits, die dir nicht unbedingt gefallen. Die Bilder geben dir Aufschluss, warum dir etwas gefällt und warum nicht. So triffst du in Zukunft sicherere Entscheidungen und vermeidest Fehlkäufe. Sammle also min. 20-30 Outfitselfies bevor du dich bzgl. deiner Capsule entscheidest, oder gar neue Kleidungsstücke kaufst.
Analysiere dein Style-Diary
Jetzt wird es richtig interessant. Schaue deine 20-30 Bilder nacheinander durch. Der direkte Vergleich der Outfits macht diese Übung so aufschlussreich. Schlüsselfragen sind:
In welchem Outfit hast du dich so richtig wohl gefühlt? Stark, authentisch, selbstbewusst, strahlend?
In welchem weniger? Was sind die genauen Unterschiede in den Outfits?
Sogar wenn du jeden Tage Jeans und Pulli trägst, wirst du Unterschiede feststellen. In welcher Jeans fühlst du dich besser? Im dickeren Stoff? Im dünneren? Im dehnbaren? Im hellen blau? In der ausgerissenen Vintage Jeans?
In welchem Halsausschnitt fühlst du dich besser? Sportlich und eng am Hals? Feminin und tief gerundet? Der klassische
V-Ausschnitt?
Und dann sind da noch die Farben: Rot oder Blau? Hell oder dunkel? Matt oder glänzend?
Ich kann garnicht genug betonen, wie wichtig diese "kleinen" Erkenntnisse sind. Wenn du deine ganz persönliche Wohlfühlgarderobe zusammenstellen willst, sind es genau diese Details die den Unterschied machen.
Erstelle deine FarbpaletteDenkst du bei Capsule Wardrobe auch an etwas in schwarz/grau/weiss/rosé? Ja, das haben uns Pinterest und Instagram uns so eingehämmert, aber ganz so stereotyp muss es ja nicht sein.
Eine kleine Farbpalette macht das Kombinieren von Outfits aber tatsächlich sehr viel einfacher als alle Farben des Regenbogens im Schrank zu haben. Vorausgesetzt natürlich, du beschränkst dich auf Farben die du gern zusammen trägst.
Ich empfehle dir 5-6 Farben für deine Capsule, davon 3 neutrale Basisfarben wie z.B. schwarz/weiss/grau/dunkelbraun/beige/creme/marine/khaki und 2-3 Akzentfarben die du besonders magst. Z.B. Aqua, hellblau und orange. Klingt nach sehr wenig Farbe? Keine Sorge! Es bleibt nicht aus, das wir manchmal auf einen etwas helleren oder etwas dunkleren Ton zurückgreifen werden. Das ist kein Problem für die Kombinierbarkeit deiner Garderobe und bringt sogar etwas Abwechslung und Raffinesse mit.
Achte bei deiner Farbauswahl auf eine Mischung aus hellen und dunklen Farben. Das bringt Spannung in deine Looks und sie wirken nicht trist.
Sehr grosse und sehr schlanke Frauen sehen in komplett weit geschnittenen Outfits sensationell aus. Laufstegmodels und Fotoshop zeigen uns das jeden Tag. Die Realität sieht ein bisschen anders aus. Die allermeisten Frauen bevorzugen ein schmales Kleidungsstück kombiniert mit einem weiten Kleidungsstück für eine interessante Silhouette. Wenn du auch dazu gehörst, dann entscheide dich, ob du lieber schmale Unterteile und weite/lockere Oberteile tragen möchtest, oder weitere Unterteile (Marlene Hose, schwingende Röcke) und schmal geschnittene Oberteile.
Indem du dich für eine Silhouette entscheidest, machst du dir das Kombinieren leichter, da alle Oberteile zu allen Unterteilen passen.
Tipp: Das enge Teil ist meist der Hingucker,- zieht das Auge an. Du möchtest also die schmalen Teile an deiner "Schokoladenseite" tragen.
Plane Muster in deine Garderobe
Genau wie mit der Silhouette verhält es sich mit Mustern. Wenn du gern eine gemusterte Hose mit einer gemusterten Bluse kombinierst: Mega! Ein sehr angesagter und kreativer Look.
Wie ich meine Kundinnen kenne, bevorzugen sie aber nur ein Muster pro Outfit. Damit du also leichter Kombinieren kannst, entscheide dich von vornherein, ob du Muster im Oberteil oder Unterteil tragen möchtest.
Tipp: Das selbe Prinzip wie bei den Silhouetten: Muster sind immer Eyecatcher. Trage sie also an deiner Schokoladenseite. Du hast schöne Beine? Dann auf Hosen und Röcken. Du betonst gern dein Dekolleté oder Taille? Dann sind Muster auf Oberteilen toll.
Damit Muster ideal zu deiner Capsule passen, schaue dass mindestens eine Farbe deiner Farbpalette darin vorkommt.
Angenommen, du hast für deine 32-teilige Capsule nun 7 Unterteile, 10 Oberteile, 3 Jacken und 1 Kleid aus deiner aktuellen Garderobe ausgewählt. Es fehlten also (laut der Formel aus Punkt 2) 5 Unterteile, 2 Oberteile, 3 Jacken, und ein weiteres Kleid.
Jetzt werden wir wählerisch und anspruchsvoll. Denn wenn wir mir so einer vagen Liste ("5 Oberteile") losziehen, kommen wir wahrscheinlich mit garnichts oder mit "doppelten Lottchen" nach Hause, die wir bereits haben.
Deine Shoppingliste sollte diese Informationen enthalten:
Shoppingtipp:
Schaue zu erst bei den Herstellern und Brands, von denen du schon einige Teile in deiner Capsule hast. Gerade kleinere Brands arbeiten stark nach dem Kollektionsgedanken und achten darauf, dass ihre Produkte gut untereinander kombinierbar sind. Sie nehmen dir also schon einen Teil der Capsule Arbeit ab!
Ein Beispiel einer Capsule Collection aus 16 Teilen findest du in meinem downloadbaren Capsule-Kit (ab März '21).
Eine sorgfältig kuratierte Capsule Wardorbe zu erstellen dauert. D.h. nicht, dass es grundsätzlich viel Arbeit oder Stress bedeutet, so ein Prachtstück zusammenszustellen. Wir werden aber wahrscheinlich nicht alle gewünschten Teile (in der gewünschten Qualität, in der gewünschten Farbe, zu dem gewünschten Preis) bei einem einzelnen Shoppingtrip vorfinden.
Anstatt etwas mittelmässiges zu kaufen, verstehe deine Garderobe als deine ganz persönliche und unverwechselbare Sammlung von Kleidungsstücken, die dich lange Zeit täglich begleiten wird. Es lohnt sich, so etwas mit Liebe und Zeit zusammenzustellen.
Online ist eine super Recherchemöglichkeit. So kannst du dir einen Blick verschaffen, was aktuell in den Läden ist und ob sich ein Ausflug in die Innenstadt überhaupt lohnt. Online ist es aber schwierig Farben, Passform und vor allem Stoffqualitäten korrekt einzuschätzen. Für jemanden der sehr anspruchsvoll einkauft (und das tun wir beim Erstellen einer Capsule) kann das frustrierend sein.
Viel zu oft höre ich von meinen Kundinnen beim Kleiderschrank-Check:
"Ach das Teil...hmmm, ja... das hatte ich noch nie an. Online bestellt. Und wenn es schon mal hier ist, dachte ich ich werde es schon irgendwann anziehen."
Ganz böse Fehlkauf-Falle beim Online shopping: "Wenn es schon mal hier ist..." Es ist immer einfacher, das Teil einfach in den Schrank zu stopfen, als es zurück zu schicken, nicht wahr?
Mein persönlicher Trick, wenn ich mir nicht sicher bin ob ich ein online bestelltest Teil behalten soll:
"Hätte ich mich mit diesem Teil in einem Laden in die Kassenschlange gestellt um es bar zu bezahlen?"
Wenn die Antwort nein lautet, dann ist der Fall klar, oder? Das Teil muss zurück.
Klar ist es verlockend eine Vorlage einfach nachzukaufen. Die Teile sehen ja vielleicht auch super aus! Aber:
Die Vorlage wurde nach dem Stil einer anderen Person zusammengestellt. Diese hat einen anderen Körper, andere Vorlieben und einen anderen Lifestyle. Es ist so verlockend zu sagen: "Ich tausche einfach alle ihre Skinny Jeans gegen Bootcut Jeans aus und dann brauch' ich nur noch Accessoires. Die Teile sind schön, aber als Outfits noch ein bisschen zu langweilig."
Ahhhrr!!
Wenn du (z.B.) die Skinny Jeans gegen weitere Jeans tauscht,- werden sie dann noch so stylisch zu den Oberteilen aussehen? Wahrscheinlich nicht.
Wenn du nun anfängst mit Accessoires eine Garderobe aufzupeppen, die mit dem Ziel Simplicity und Schlichtheit zusammengestellt wurde- wird das dem Look gut tun? Wahrscheinlich nicht.
Eine Garderobe (Capsule oder nicht) ist etwas sehr persönliches. Unsere Kleider begleiten uns fast 24h am Tag, sie prägen unsere Wirkung. Um dich als Person wiederzuspiegeln, sollte sie auch von dir erstellt sein.
Ich möchte unbedingt wissen, wie es dir beim Erstellen deiner Capsule geht! Was sind deine Erfahrungen? Oder hast du weitere Tipps für uns? Schreibe mir über das Kommentarfeld unten.
alles Liebe,
Ingrid
Ihr habt gewählt und ich bin sehr (sehr) überrascht!
Ihr wünscht euch Tipps zur Farbe lila bzw. violett. Kaum ein Farbe polarisiert so sehr wie sie. Das weibliche Rot + das männliche blau = violett.
Geht es nur mir so, oder seht ihr diese Farbe auch eher selten im täglichen Leben auf der Strasse? Vielleicht genau deshalb wünschen sich meine Leserinnen ein Tutorial dazu? Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, denn lila ist eine kraftvolle Farbe, die vielen Frauen ganz besonders gut steht, wenn man die richtige Nuance trifft.
Ich benutze hier der Einfachheit halber die Bezeichnung violett, und meine damit die kleine Farbfamilie aus lila und violett. Was ist überhaupt der Unterschied? Beide werden aus blau und rot gemischt. Lila enthält zusätzlich weiss und ist damit keine "reine" Farbe im technischen Sinne. Ich weiss, das Farbe mischen interessiert euch nicht besonders- wozu auch?
Daher soll es hier um die interessanteren Aspekte gehen:
Violett ist historisch gesehen die Farbe der Macht, der Herrscher und der katholischen Kirche. Im alten Testament wird es als die wertvollste Farbe bezeichnet -damals verstand man unter purpur noch ein kräftiges violett und KEIN rot. Kaiser und Könige schmückten sich besonders gern mit dieser teuren Farbe. Noch heute sind zahlreiche Kostbarkeiten der englischen Krone in violett gehalten. Z.B. Teile der Krone selbst, Kutschen und Inneneinrichtungen der Schlösser.
Violett wird heute als individuelle, extravaganten und auffällige Farbe angesehen. Man trägst es nicht "mal eben so", wie vielleicht einen beige farbenen Pulli. Wer violett trägt hat kein Problem damit gesehen zu werden, weiss was er/sie will und hat das Kleidungsstück bewusst ausgewählt. Also doch ein kleiner Führungsanspruch gegenüber der grauen Masse?
Geheimnisvoll?
Sehr wohl! Violett gilt als die Farbe der Magie und der Übersinnlichen. Ganz besonders in Kombination mit schwarz hat es diese Wirkung. Denken wir nur mal an Hexen und Zauberinnen in den Kinofilmen und Märchen. Welche Farbe hat das Cape der Zauberinnen? - Höchstwahrscheinlich violett. Hier wird ganz bewusst mit dieser Farbwirkung gespielt.
Wenn du ganz besonders seriös, analytisch und nüchtern wirken möchtest. Klingt langweilig, ist in manchen beruflichen Situationen aber sehr hilfreich. Hier unterstützt dich blau viel mehr in deinen Zielen als violett. Hast du meinen Artikel zur Farbe Blau schon gesehen?
Rothaarige Frauen schauen in lila einfach umwerfend aus! Diese Farbkombi ist ganz besonders sinnlich, weiblich und geheimnisvoll. Es gibt kaum eine Kombi, die so todsicher grandios aussieht wie eine rothaarige Frau in einem violetten Oberteil. Oberteil? Ja, denn dieses ist ganz besonders gesichtsnah und wirkt daher besonders im Zusammenspiel von Haar und Kleidung.
Mit dunklerem roten Haar wählst du perfekterweise auch eine kräftigeren Violetton (z.B. Aubergine), mit hellem Haar eine zarteren Ton, wie z.B. Flieder.
Aber: Du musst nicht rothaarig sein um in violett toll auszusehen!
So findest du deinen Farbton
Zu grauem Haar sieht violett super aus! Wie überhaupt zu allem was grau ist. In den letzten Jahren hat violett Zum Glück und zu Recht aber ein kleines Revival erlebt und ich sehe es mehr und mehr und auch an sehr jungen und sehr trendy Frauen. Ein sicheres Zeichen, dass die Farbe sich ihren Weg in die grossen Modekollektionen bahnen wird.
Im sehr modischen Genre werden Fliedertöne vor allem mit schwarz kombiniert. Ein harter und gewollter Bruch. Das zarte Flieder mit dem starken Schwarz. Die Kombi kann sehr modern wirken, wenn die Schnitte es auch sind. Z.B. ein Oversized Sweaterkleid in Flieder mit einem derben Schnürboot in schwarz.
Sind die Schnitte aber eher basic, z.B. eine schwarze Jeans und ein klassischer Pullover, dann kann die Kombi auch etwas willkürlich wirken. Und das wollen wir natürlich nicht! Daher hier meine Kombitipps:
Meine Tipps für aussergewöhnliche und moderne Farbkombis:
Weiter Outfitkombinationen mit Lila bzw. Violett:
Tiefes violett mit Burgunder steht ganz besonders Frauen mit brünettem Haar, Flieder mit Hellblau und weiss sieht an Blondinen einfach zauberhaft aus.
Welches ist deine Lieblingskombi mit Violett? Hast du noch mehr Inspirationen für uns?
Dies ist übrigens schon die 6. Folge meiner grossen Farbserie. Die Artikel zu weiss, blau, grün, gelb und rot findest du im Style Blog und noch zahlreiche Artikel mehr rund um Styling und Bodytypes.
alles Liebe,
Ingrid
PS: Über welche Farbe möchtest du nächstes mal lesen? Schreib' mir einfach in's Kommentarfeld.
Update am 12.12.2020
Plagen dich manchmal die selben Gedanken, wie meine Styling Kundinnen?
Welche Kleidung steht welchem Körperbau- und was ist eigentlich dein Bodytype? Das ist wahrscheinlich das Dauerbrennerthema im Personal Styling.
In Schnitten und Stoffen, die zu unserem Bodytype passen sehen wir nicht nur besser gekleidet aus, die Outfits fühlen sich auch einfach besser an, sind harmonischer mit unserem Körper.
Good News: Viele Frauen machen intuitiv schon vieles richtig bzgl. Bodytype Styling. Auch wenn du manchmal nicht artikulieren kannst warum du dich in einem Teil besser fühlst, als in einem anderen,- wir fühlen es einfach.
Bevor wir überhaupt daran denken können typgerecht einzukaufen, müssen wir unseren Körperbau / Bodytype kennen.
Natürlich gibt es auch einige Mischtypen, die meisten von Euch werden sich aber bereits in diesem fünf Typen wiedererkennen:
Lucky you!
Die Sanduhr ist (zumindest seit Marilyn Monroe) die von vielen erträumte Figur. Die Taille ist ausgeprägt, die breiteste Stelle der Hüften und die breiteste Stelle unter den Achseln sind in etwa gleich breit. Dies seht ihr am besten von hinten. Dies ist eine sehr weibliche Figur, Oberarme und Oberschenkel sind hier manchmal etwas runder.

Eine klassische Schönheit: Der Sanduhren Körperbau
Prominentes Beispiel: Scarlett Johansson, Heidi Klum
Die Sanduhr hat leichtes Spiel bei der Kleiderwahl, da erstmal fast alles passt. Ober-und Unterkörper haben die selbe Konfektionsgrösse, was sehr hilft, vor allem beim Kleiderkauf. Die schöne Taille ist der grosse Pluspunkt bei der Sanduhr, daher solltet ihr diese betonen. Taillierte Kleider und Oberteil sind sehr schön, aber auch grössere Ausschnitte wie V-Ausschnitte oder ein tiefer Rundhalsausschnitt betonen die Weiblichkeit dieser Figur. Gürtel sind natürlich auch super, allerdings sollten diese in der Taille und nicht auf der Hüfte getragen werden. Achtet bei Gürteln ganz besonders auf die Qualität! Ein billiges Stück kann einen Look schnell kaputtmachen. Hier lohnt sich die Investition in gutes Material, da ihr es jahrzehntelang tragen könnt.
Bei Hosen steht der Sanduhr eine höhere Leibhöhe, da der Bruch zwischen Hose und Oberteil hier an einer schönen, schmalen Stelle liegt. Tops steckt ihr am besten in die Hose oder den Rock.
Was oft beim Styling vergessen wird, sind die Accessoires! Um die Taille noch mehr in den Vordergrund zu stellen tragt am besten eine Tasche mit kurzem Henkel und tragt die Tasche damit auf Taillenhöhe.
Grundsätzlich ist die Sanduhr eine sehr weibliche Erscheinung, daher unterstreicht alle die Ausstrahlung, was feminin und leicht ist. Dies gilt von der Frisur über die Accessoires und Schuhe bis zu den Mustern der Kleider.
Wer Guido Maria Kretschmer kennt, weiss dass er sagen würde: "Das alles oben Mädchen!". Äpfel haben oftmals sehr schöne, schlanke Beine und Fesseln, dafür mehr Gewicht um die Taille und Brust. Die Hüfte ist meist sehr schmal mit wenig Po. Die Schultern sind breiter, Arme aber meist sehr fein und schmal.

Das "alles-oben-Mädchen" -oder auch: Der Apfel Bodytype
Prominentes Beispiel: Angelina Jolie (ja, wirklich!), Oprah Winfrey
Im Bezug auf die Taille ist der Apfel das Gegenteil der Sanduhr. Hier möchten wir den Blick weg von der Taille auf die meist wunderschönen Beine und/oder Arme lenken. Dies geht am einfachsten mit einer tollen, schmalen, gemusterten Hose wie sie es aktuell so viele gibt. Ein Zigarettencut, Röhre oder Skinny Jeans sind perfekt. Oder auch ein kürzeres Kleid oder Rock. Ach, der Apfel ist schon beneidenswert!
Wenn ihr nun beispielsweise eine schmale, gemusterte Hose tragt, kombiniert dazu ein einfarbiges Oberteil, dass ihr offen über der Hose tragt. Perfekt ist ein tiefer V-Ausschnitt, der das schöne Dekoleteé betont und den Oberkörper streckt.
Bei den Halsausschnitten sind gerade U-Boot-Ausschnitte und Rollkragen weniger geeignet, da sie den Brustbereich sehr gross und flächig erscheinen lassen.
Tragt auffällige Farben und Muster also lieber an den Beinen und haltet den Oberkörper einfarbig und schlicht.
Optimal ist es auch, wenn Schuhe eine etwas kräftigere Sohle haben, oder einen Blockabsatz anstatt eines Stilettos. Bei sehr feinen Schuhen z.B. Ballerinas wirken die Beine noch schmaler, was unproportional zum Oberkörper erscheinen kann. Stichwort: Zahnstochereffekt.
Handtaschen trägt die Apfel-Figur am besten auf Hüfthöhe, also mit einem langen Henkel.
Hast du Lust auf einen Shoppingtrip bekommen? Unbedingt vorher meine 15 Tips gegen Fehlkäufe lesen!
Der Säulen Figurtyp hat schlanke Gliedmassen, eine schmale Hüfte und keine ausgeprägte Taille. Der Oberkörper ist fast ganz gerade gebaut. Die Gesichtsform ist häufig eher eckig mit ausgeprägten Wangenknochen oder spitz, mit einem spitzen Kinn. Die Schultern bei diesem Bodytype sind eher schmal.

Schmale Arme und Beine, aber keine ausgeprägte Taille: Die Säule
Prominentes Beispiel: Keira Knightley
Die Säule ist die ideale Figur für Hüfthosen und Marlenehosen. Auch der Gürtel wird am besten auf der Hüfte platziert. Dabei lasst Ihr Tops aus der Hose hängen, oder steckt sie nur vorne ein kleines bisschen in den Bund.
Ich habe schon öfter den Hinweis gehört, man solle doch mit taillierten Jacken oder Kleidern einfach die Illusion einer Taille kreieren. Achtung: Das funktioniert leider überhaupt nicht! Diese Kleidungsstücke werden einfach nicht sitzen. Wenn eine taillierte Jacke an der Schulter passt, ist sie der Säule in der Taille zu eng. Wenn sie in der Taille passt, sind die Schultern zu weit. Ich plädiere daher dafür, nicht zu versuchen vorzutäuschen, sondern die Blicke einfach auf die eigenen Stärken lenken. Dies ist bei der Säule die Lässigkeit, der entspannte Look. Da dieser Bodytype oft eine gerade Knochen-Muskelstruktur hat, kann er (im Gegenteil zu Apfel und Birne) auch gut steifere Stoffe tragen, wie z.B. ein festes Herrenhemd aus Baumwolle. Eine hüftige Marlenehose mit einem gestärkten weissten Männerhemd sieht z.B. an der Säule super aus!
Auch die Beine dieses Körperbaus sind oft sehr attraktiv, daher bieten sich auch Röcke an, besonders wenn sie auf Kniehöhe enden. Der Saum des Rockes kann auch gut als Hingucker dienen, indem er z.B. mit einem sog. Godet ausgestellt, oder farbig abgesetzt ist.
Taschen tragt ihr am besten auch lang und auf Hüfthöhe, anstatt in der Taille was bei diesem sportlichen Typ ungewohnt mädchenhaft wirken kann.
Auch auffällige Schuhe sind super, da auch sie den Blick weg von der Taille lenken. Da die Säule Probleme haben kann, schöne Passformen bei Oberteilen zu finden, kann das shoppen frustrierend sein. Viele Säulen Typen lieben Schuhe daher um so mehr! Traut Euch also an richtig verrückte Modelle!
Die Birne ist in Europa ein sehr verbreiteter Bodytype. Die breiteste Stelle des Köpers ist hier die Hüfte mit einem runden Po. Gewicht ist oft auch auf den Oberschenkeln verteilt. Die Taille hingehen ist meist ausgeprägt und schön schlank. Oft sitzt die Taille (die schmalste Stelle) recht weit oben, d.h. der obere Teil des Oberkörpers ist kurz, der untere Teil (von Taille bis zum Schritt) ist eher lang. Die Oberarme können etv. auch etwas kräftiger ausfallen.

Eine ausgeprägte Hüfte bei schmaler Taille- die Birne!
Prominentes Beispiel: Jennifer Lopez, Dita von Teese
Die Birne möchte die Aufmerksamkeit auf die obere Körperhälfte lenken -weg von der Hüfte und den Oberschenkeln. Dies klappt mit auffälligen Farben und Mustern bei Oberteilen und eher ruhigen Hosen und Röcken. Wie auch die Sanduhr ist dies ein sehr schöner, weiblicher Körperbau, es passen also bestens feminine Hairstyles und feminine Schuhe. Ebenfalls sind grosse Halsausschnitte wie ein V- oder tiefer Rundhals super, vor allem bei kleineren Frauen. Betonte Schultern z.B. durch Puffärmel stehen den Birnen von allen Figuren am besten, da die einen Ausgleich zur breiteren Hüfte schaffe.
Ganz wichtig, und leider etwas schwieriger, ist der Kauf von Blazern, da diese oft auf der Hüfte enden. Dies ist bei der Birne die breiteste Stellen, daher wollen wir sie nicht betonen. Achtet also auf einen kurzen Blazer, der deutlich über der breitesten Stelle endet. Natürlich kann man auch Blazer kürzen lassen, aber oftmals macht das die Proportion des Kleidungsstückes kaputt. Längere Blazer (die also über die Hüfte fallen) sind weniger ideal, da sie die ganze Silhouette unnötig breit machen. Wenn es leider nicht anders geht als Blazer auf Hüfthöhe zu tragen (Dresscode im Job), dann achtet darauf den Farbkontrast zu Hose oder Rock so gering wie möglich zu halten, oder tragt gleich einen Anzug oder Kostüm. Somit wird möglichst wenig Aufmerksamkeit auf die Hüfte gelenkt.
Birnen sind übrigens die idealen Kandidatinnen für die angesagten fake-fur Westen, da sie die (volle!) Aufmerksamkeit auf den Oberkörper lenken.
Handtaschen tragt ihr am besten in der schmalen Taille.
Schuhe dürfen, wie beim Apfel, ruhig etwas mehr Sohle oder einen Blockabsatz haben um eine schöne Balance zur Hüfte herzustellen.
Noch mehr Info zur Birnen-Figur findet Ihr in diesem Post!
Nun fehlt nur noch die perfekte Farbe zu deinem optimalen Look! Farben, die dich strahlen lassen!
Diesen Figurtyp erkennt ihr an den ausgeprägteren Schultern. Sie sind deutlich breiter als die Hüfte. Der Oberkörper ist eher lang, die Beine sind schlank. Besonders bei dieser Konstitution ist auch, dass die glücklichen V-Frauen oft gut essen können ohne zuzunehmen!

Schmale Hüfte und Gliedmassen bei ausgeprägteren Schultern stehen für den V-Körperbau
Prominentes Beispiel: Charlène von Monaco
Der V-Typ betont idealerweise seine schönen Beine! Dazu halten wir den Oberkörper wieder schlicht und einfarbig. Unbedingt meiden sollten wir U-Boot-Ausschnitte oder Puffärmel, die die Schultern noch breiter machen würden. Stattdessen sind V-Ausschnitte oder auch Blazer (ohne Schulterpolster) mit tiefem Ausschnitt ideal um den Oberkörper etwas zu öffnen.
Bei den Hosen kann der V-Typ nun richtig Gas geben. Bedruckt, bestickt, metallic oder gemustert, alles liegt drin! Schmale Schnitte sind besonders schön, oder natürlich kurze Röcke und Kleider.
Bei Kleidern achtet auf breite Träger, oder Ärmel. Dies kann bei Abendgarderobe oder Hochzeitskleidern schwierig sein, denn die beliebten Corsagen (also gänzlich trägerlos) ist absolut nichts für den V-Typ. Ihm stehen dafür Neckholder Oberteile und -Kleider mit breiten Trägern super!
Taschen mit langem Riemen oder auch grössere Cross-Body-Bags sind perfekt für diesen Körperbau.
Wie auch die Säule kann der V-Typ wunderbar mit verrückten und auffälligen Schuhen spielen!
Stoffe sind eine sehr unterschätzte Komponente bei der Erstellung der idealen Garderobe. Ob ein Stoff fest gewebt ist, oder ganz weich und fliessend spielt eine sehr grosse Rolle dabei, welchen Dienst Euch ein Kleidungsstück tut. -Und das sollte es immer: Euch eine Dienst tun, indem ihr Euch darin einfach super und wohl fühlt!
Welchen Einfluss Stoffe haben, seht ihr am besten am "Hemdblusen-Beispiel": Stellt Euch ein weisses Herrenhemd vor. Nun stellt ihr Euch eine weisse, geknöpfte Bluse aus einem flatternden Chiffon vor. Himmelweiter Unterschied, oder? Im Grund ist es aber zweimal das selbe Kleidungsstück. Der Hauptunterschied ist der Stoff.
Ganz grob gesagt, bevorzugen Frauen mit eher kantigen Figuren (eckige Schultern, eckige Hüften) eher festere Stoffe. Frauen mit eher runden Figuren (auch sehr schlanke Frauen können runde Schultern und Hüften haben- ein Beispiel ist Renee Zellweger. Sie ist einfach immer rund, egal wie wenig sie wiegt) bevorzugen eher weich fallende Stoffe. Häufig gibt es hier Mischformen, d.h. der Oberkörper ist z.B. rund und der Unterkörper eher kantig.
Farben sind wohl das am meisten besprochene Thema, wenn es um Stilberatung geht. Sie sind auch sehr wichtig, aber manchmal spielen sie nur die 2. Geige.
In Mitteleuropa haben wir viele Frauen mit aschblonden (böse: Strassenköter-) farbenden Haaren, heller Haut und unauffälligen, mittleren Augen. Alles ist hier irgendwie "mittel". Ich darf das sagen, denn ich bin selbst total "mittel"-jetzt aber nicht auf mein Foto schauen, die Haare sind gefärbt.
Für diese mittleren Typen sind Farben einfach nicht so wichtig, denn ihnen steht alles was irgendwie mittel ist. Nicht gerade schwarz und nicht gerade neon-orange, einfach mittel. Zwar können sie mit Farbe nicht viel falsch machen, aber sie hilft auch nicht um den Typ besonders schön zu betonen. Hier greifen wir lieber zu Schnitten und Stoffen und können so viel mehr herausholen.
Für alle anderen ist Farbe interessanter. Sie unterstreicht die Augen und kann die Haut zum strahlen bringen. Aber: Sie kann auch Augenringe oder Rötungen betonen.
Zu diesem riesigen Themengebiet werdet ihr in Zukunft noch viel lesen an dieser Stelle! -Tragt Euch am besten unten in den Newsletter ein!
Einer der allerwichtigsten Kernpunkte einer hilfreichen Garderobe! Vielfältig kombinierbare Stücke machen Euch den Alltag so viel leichter! Das Anziehen am morgen wird so viel schneller gehen, kein Stress mehr, wenn man schon halb fertig ist und dann feststellt, dass die einzig passende Hose zu diesem Outfit in der Reinigung ist etc.
Kofferpacken für Reise oder Business: Easy!
Das Beste: Wenn Eure Stücke leicht kombinierbar sind, werdet ihr viel weniger kaufen müssen. D.h. ihr spart (eine Menge!) Geld. Dieses kann dann z.B. in hochwertigere Teile investiert werden, auf die ihr stolz seit und an denen ihr lange Freude haben werdet!
liebe Grüsse,
Eure Ingrid
Vor kurzem durfte ich so ein sehr interessantes Gespräch mit einer Dating Coach bzw. Matchmakerin führen. Und worüber unterhalten sich ein Dating Coach und eine Stylistin? Richtig geraten: Was anziehen zum Date?
Was bereitet ihren Kundinnen Kopfschmerzen, was erzählen mir meine Styling Klientinnen? Erstaunlicherweise sind es immer wieder die selben wenigen Fragen die auftreten. Ein ideales Thema einen Blog mit Tips für dich daraus zu machen!
Falls du jetzt denkst: "Bin längst vergeben!" -Auch ein guter Grund dich mal wieder für ein Date mit dem Partner herauszuputzen, oder?
Viel zu anstrengend!
Nicht nur, was das Styling angeht, sondern auch mental. Höchstwahrscheinlich bist du dann weder im Job noch beim Date zufrieden mit deinem Outfit. An so einem Tag soll es doch kein Kompromissoutfit sein! Klar, man kann mit ein paar Handgriffen eine Business Look abendtauglich machen. Aber ist ein Businesslook mit High Heels wirklich das Richtige für ein Date? Ich glaube nicht, denn:
Ein neues Teil -vor allem wenn du dich schon länger darauf gefreut hast, es einzuweihen- kann sich ganz besonders toll anfühlen und so deine Ausstrahlung nochmal so richtig unterstützen.
Es kann leider auch komplett schief laufen, wenn das Stück plötzlich kratzt, dauernd aus der Hose rutscht, du ständig den Ausschnitt zurecht zupfen musst, oder die Schuhe drücken. Daher unbedingt vorher dass komplette Outfit für ein paar Stunden zusammen tragen! Nur in Gedanken zusammenstellen, oder alle Teile auf's Bett legen ist nicht das selbe.
Erst wenn du ein Outfit anprobierst, merkst du ob das bestimmte Oberteil wirklich in diese Hose gesteckt werden kann, oder ob es vielleicht doch zu lang dafür ist etc. Und last Minute Style Änderungen sind wirklich nicht das, was wir kurz vor einem Date wollen.
Ganz besonders gilt das für's Thema Schuhe. Absätze sind bei einem Date sicher immer eine gute Idee, denn die machen einfach eine elegantere Körperhaltung und einen schöneren Gang.
Ganz clichéhaft gesagt: Sie sind einfach sexier als flache Schuhe.
Aber: Natürlich nur, wenn sie (einigermassen) bequem sind. Versteht sich von selbst.
Mein Schuh-Tip
Falls der Ausschnitt eines Pumps mit der Zeit auf den Fuss drückt: Dafür gibt es Dehnungssprays im Handel! Auf den Schuh sprühen und direkt anziehen und etwas einlaufen.
Viele meiner Kundinnen nehmen Dating zum Anlass ihre Garderobe zu überdenken, da sie plötzlich viele Teile als alt oder langweilig empfinden. Ein neuer Lebensabschnitt ist Veränderung und da muss die Garderobe mithalten können und dich nicht zurückhalten.
Was genau ist dein Style? Wer bist du und wie soll dein Leben in Zukunft aussehen? Das alles kannst du leicht über deinen Style ausdrücken und deinen Wünschen so schon einen grossen Schritt näher kommen. Genau das trainiere ich mit meinen Kursteilnehmerinnen. Deine Persönlichkeit ist der erste Schritt zum neuen, frischen Styling. Die Farben, der Körper, die Outfits kommen erst danach.
Eine interessante Frage, oder? Ich arbeite sehr häufig mit grossen Kundinnen und da kommt das Thema immer wieder auf.
Ja, wir lieben alle starke Männer, die eine grosse Frau (mit grossem beruflichen Erfolg) "verkraften" können, aber machen wir uns nichts vor: Den allermeisten Herren ist es lieber, wenn sie grösser sind als die Partnerin.
Was tun?
Hinter einer Liebe zu hohen Schuhen steckt mehr auf den ersten Blick sichtbar.
Hohe Schuhe sind (meist) weniger bequem, oft unpraktisch und ungesund noch dazu. Das wissen wir alle.
Wer sie dennoch liebt, liebt das Gefühl das sie vermitteln. Und das kann kein flacher Schuh. Sie lassen uns grösser und aufrechter durch's Leben schreiten. Die Ausstrahlung ändert sich extrem in dem Moment, wo wir zu irgendeinem Outfit ein paar Heels anstatt Ballerinas kombinieren. Wir werden respektvoller wahrgenommen und behandelt. Das ist nicht nur meine persönliche Erfahrung, es ist dutzendfach wissenschaftlich belegt.
Wenn du aus diesen Gründen ein Fan von High Heels bist, es zu deinem Leben gehört selbstbewusst und stark durch's Leben zu gehen, dann kommt wahrscheinlich kein Mann in Frage, der mit genau dieser Grösse und Ausstrahlung nicht umgehen kann.
Kompromiss: Vielleicht willst du zum ersten Date nicht deinen allerhöchsten Schuh tragen, sondern einen mittleren? Dann schau'n wir mal, was passiert und arbeiten uns zu den höheren Modellen vor!
Übrigens: Ich sage natürlich auf keinen Fall, dass eine Frau in flachen Schuhen nicht stark und selbstbewusst sein kann. Natürlich kann sie das! Eine Frau in High Heels zeigt es einfach auf eine sehr deutliche Art und Weise.
Welche Schuhe passen wozu? Hier gelangst du zu meinen Tips rund um's Kombinieren von Schuhen.
Das ist eigentlich der Ausgangspunkt für jede Outfitplanung- Nicht nur, wenn es um Dates geht.
Ein Brunch ist immer relaxeder als ein Lunch, Lunch ist relaxeder als ein Dinner und so wird es immer schicker, je länger der Tag wird.
Jetzt die Location! Wo geht's hin?
Google Bildersuche ist hier das erste Mittel um einen Eindruck von der Stil und Einrichtung eines neuen Restaurants/Bar zu finden. Wenn du dich dem anpasst, wirst du dich weder under- noch overdressed fühlen. Und das du dich wohl fühlst, ist immer das Wichtigste!
Ok, jetzt werde ich altmodisch, aber ich bin überzeugt: Bei einem Date lieben Männer einen weiblichen Look!
Falls du ein sportlicher, praktischer Typ bist, nicht erschrecken! Weiblich bedeutet nicht, sich als kleines Mädchen auf einer Sommerwiese zu verkleiden. Weiblichkeit kannst du ganz einfach durch die Stoffauswahl ausdrücken. Zum Beispiel:
Eine Faustregel, die ich neulich meinen Kursteilnehmerinnen mitgegeben habe und die sie sehr hilfreich fanden:
Wenn du unsicher bist, ob ein bestimmtest Kleidungsstück einen feminine Look unterstützt, frag' dich: Würde ein Mann dieses Kleidungsstück tragen?
Easy, aber wahr.
Ganz kurz zu den etwas unangenehmeren Themen: Kunstfasern. Allen voran Polyester.
Wer mich schon etwas kennt weiss, ich verteufle Kunstfasern garnicht so arg, wie es der aktuelle Meinungstrend vorgibt. Ja, Polyester ist ein Kunststoff mit allen Nachteilen in der Herstellung. Daher sollten wir die Teile wirklich sehr häufig und lange nutzen, denn das ist der Vorteil von Polyester: Es ist lange haltbar. Für Hosen z.B. finde ich es ein brauchbares Material, wenn das Budget knapp ist.
Für Oberteile ist es aber ein heikles Thema. Kunstfasern stauen die Körperwärme und beginnen schnell zu müffeln. Auch wenn du wirklich fast nie schwitzt: Ein Date ist schon eine aufregende Situation, oder?
Mein Tip also: Lieber das empfindliche Seidenteil nehmen, -das ohnehin viel zu selten aus dem Schrank darf! Es fühlt sich auch viel schöner und luxuriöser an- und wer will das nicht beim Date?
Hier können wir nur im Trüben herumraten, also konzentrieren wir uns lieber auf dich und dein Feeling! Wenn du dich grossartig fühlst, wirst du das auch ausstrahlen! Was wollen wir mehr?
Rund um den aktuellen Trend zu mehr Sportswear und Oversized Teilen ist Bequemlichkeit in aller Munde. Aber was bedeutet das genau?
Das etwas nicht kratzt, nicht stört, nicht drückt. Das ist es für mich. Das sind musts! Mehr aber auch nicht.
Aber ist schon Blazer oder eine Jeans ohne Stretchanteil unbequem? Man kann sich nicht so frei bewegen, wie in Leggings und Pulli, aber ist es deshalb unbequem?
Ein steiferer Stoff oder ein Stoff ohne Stretch bringt uns in eine geraderer (aka attraktivere) Körperhaltung. Diese Ausstrahlung kann "Bequemkleidung" naturgegeben nicht erreichen. Bequemlichkeit und Stil -manchmal ist es besser, sich für eines zu entscheiden.
Geht es dir wie meinen Kundinnen und die bist unsicher, was für deinen Körper vorteilhaft ist? Hier gelangst du zu meinen Tips für jeden Bodytype.
alles Liebe & bis nächste Woche!
Ingrid
PS: Möchtest du informiert werden, wenn mein Style Kurs wieder startet? Hier gelangst du zur Warteliste.
Die grosse Farbserie geht in die nächste Runde! Wir haben bereits gelb, blau und grün besprochen und jetzt steht weiß auf dem Programm.
Diese schöne Farbe hat leider die böse Angewohnheit, alle anderen Weiß in der Umgebung in den Schatten zu stellen. Soll heissen: In einer weißen Bluse sehen Zähne plötzlich gelblich aus, dass Weiß in den Augen erscheint nicht mehr so klar, sondern trüb. Wer grosse strahlende Augen hat, der kommt damit weg, aber leider schaut weiß an vielen Frauen eben garnicht nicht so frisch aus, wie man meinen würde.
Was also tun? Wie bekommen wir den knackigen, strahlenden Look hin?
Im Privatleben, wenn es dir wahrscheinlich wichtiger ist dich attraktiv und happy in deinem Outfit zu fühlen, als grosse Professionalität auszustrahlen, ist der starke Kontrast aber evt. keine so gute Idee:
Weiß kann eben auch sehr hart aussehen wenn es mit anderen Farben kombiniert wird. Das liegt am starken Hell-Dunkel-Kontrast der mit vielen Farben entsteht.
Vor allem mit anderen strahlenden oder dunklen Farben (rot, marine, schwarz) wirkt weiß hart und kontrastreich. Das kann ungemein hilfreich sein (s.oben), es steht aber vor allem Frauen, die von Natur aus einen grossen Kontrast mitzubringen. D.h. einen grossen Farbunterschied zwischen Haut- und Haar mitbringen und klare, strahlende Augen haben.
Ein grosser Teil der typisch mitteleuropäischen Frauen hat helle Haut, dunkelblonde bis braune Haare und blaue, grüne oder hell- bis mittelbraunen Augen. Der Kontrast ist eher gering. Solche Farbtypen werden von grossen Farbkontrasten überlagert. Soll heissen, das Outfit lenkt vom Gesicht und von der Person ab. Das wollen wir natürlich nicht, denn das ist das Gegenteil von schmeichelhaft.
Bist du unsicher, was deine natürliche Farben betrifft? In diesem Artikel erfährst du die Prinzipien der Farbanalyse!
Die Brautmodenhersteller haben es schon lange mitbekommen: In Reinweiß sehen die wenigsten Frauen sehr vorteilhaft aus, und bieten dutzende Alternativen an: Ivory, Eierschale, Wollweiss, Champagner. Doch wem steht was und was sind die Unterscheide?
Wenn du mich schon länger kennst, vielleicht sogar schon meinen Style Kurs oder ein Personal Styling mit mir gemacht hast, dann weisst du, das ich gern den praktischen Weg gehe und nicht den theoretischen. In diesem Fall heisst das: Es gibt natürlich Unterschiede zwischen all diesen Tönen, aber die sind eher fein. Jeder Hersteller interpretiert Farben nochmal anders und meist stehen Farbbezeichungen ja auch nicht auf dem Verkaufsetikett.
Wie sollst du als Kundin also ivory und wollweiß unterscheiden?
Dann ist das Wichtigste, dass du überhaupt zu den Weißalternativen greifst anstatt zu Reinweiß. Es kommt nicht so sehr auf die Nuance an. Schon allein dass du einen softeren, gedämpfteren Ton auswählst macht einen grossen Unterschied und wird viel schmeichelhafter an dir aussehen!
Für alle Geübten im Bewerten von Farben: Hier eine Übersicht über die häufigsten Weißalternativen
Aber wie gesagt: Mach dir in diesem Fall nicht zu viel Gedanken über die Nuancen! Schon alleine durch den Einsatz von irgendeinem dieser gebrochenen Töne, wird dein Look harmonischer und softer ausschauen als vorher!

Wenn ich meinen Styling Klientinnen im Winter weiss vorschlage, werde ich oft mir grossen Augen angeschaut. Ich kann's ja schon verstehen... wir denken an trübes Wetter und Schneematsch, da ist eine weiße Jeans natürlich nicht so wahnsinnig praktisch.
Bei trockenem Wetter aber - oder sogar herrlicher Wintersonne ist weiß im Winter aber ein echter Hingucker! Eine tolle Überraschung, so frisch und unerwartet. Probiere es unbedingt mal aus!
Bis zum nächsten Style Post!
alles Liebe☀️
Ingrid
PS: Weisst Du eigentlich, dass ich regelmässig (auch kostenlose!) Style Workshops auf Facebook veranstalte? Hier gelangst du zu meiner Facebook Seite. Klicke "gefällt mir" und du verpasst keine Aktion mehr.
Langsam geht's zurück in's Büro, bei dir auch? Oder bist du noch im Videokonferenz Modus?
Blau ist im Business immer eine sichere Wahl, das wissen wir. Aber weil "sicher" oft auch langweilig ist, erfährst du heute wie du die Signale dieser Farbe für deine Ziele nutzt! Und wie du blau eben nicht langweilig, sondern modern und überraschend stylen kannst.
Wusstest du, dass blau im deutschsprachigen Raum die mit Abstand beliebteste Farbe ist? Nur 2% der Frauen sagen, dass sie blau überhaupt nicht mögen. Eigentlich kein grosses Wunder, denn wir assoziieren fast nur positive Eigenschaften mit dieser Farbe: Sympathie, Harmonie, Vertrauen, Klugheit, Wissenschaften, Ferne und Weite, aber auch Kälte.
Warum ist blau "kalt?" weil wir es mit Eis, Wasser, Wind, in Verbindung bringen. Wem kalt ist, der bekommt blaue Lippen. An dieses Gefühl erinnert uns der Anblick (zumindest mancher) Blautöne. Und schon haben wir ganz subjektiv das Gefühl uns ist kalt.
Die Assoziationen Vertrauen, Klugheit, Konzentration, Seriosität machen blau zur idealen Businessfarbe. Kein Wunder wird der grösste Anteil Anzüge und Kostüme in blau produziert!
Dabei gilt die Faustregel: Je dunkler der Blauton, desto mehr Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und auch Durchsetzungskraft strahlst du aus! Man denke nur an unsere Herren Politiker! Je kritischer ein Meeting, desto dunkler werden die Anzüge. Jeder möchte hier gern der Chef sein und das demonstriert man in marine und nicht in himmelblau. Leider sehe ich noch weniger Frauen in der Politik die Macht der Farben für sich nutzen.
Wenn es dir wichtig ist, Kreativität, Innovativität, Power und Dynamik auszustrahlen, kommen mir eher andere Farben in den Sinn.
Was ist das Ziel eines Meetings? Man soll dir vertrauen können? Dir evt. Geld anvertrauen? Dann ist blau super! Du willst andere mitreissen? Für eine neue Idee begeistern? Dann sind sommerlichere, frischere Farben besser geeignet.
Blau ist "kalt" daher ist der erste Gedanke natürlich, dass die "warmen" Farbtypen die Finger davon lassen sollten. Nicht unbedingt!
Blau hat -was für ein Glück für uns!- ein extrem breites Spektrum. Von eisblau über himmelblau, Cyan, Jeansblau, Tinte, marine und nachtblau es gibt unzählige Töne. Rot z.B. hat ein viel kleineres Spektrum. Mischen wir etwas gelb zum rot, haben wir sehr schnell orange, mischen wir etwas blau dazu, haben wir sehr schnell pink. Es gibt deutlich mehr Blau- als Rottöne.
In dieser grossen Bandbreite gibt's eben auch etwas für die wärmeren Farbtypen.
Ich bin der Überzeugung, dass nichts für alle gleicht gut ist und es so etwas wie "must haves" nicht geben kann, aber es gibt Blautöne, die stehen vielen Frauen sehr sehr gut!
Blautöne, die in eine grünliche Richtung gehen, wie Grünblau, Teal oder dunkle Türkise übernehmen die neutrale Temperatur vom grün. Sie sind kräftig, aber nicht grell. Wenn du dann noch diese Töne in deinem Auge wiederfindest, wird es dir einfach super stehen!

Über welche Farbe möchtest du nächste Woche lesen? Welche Farbe würdest du gern mehr tragen, weisst aber nicht wie kombinieren? Lass' es mich wissen -hier unten im Kommentarfeld!
Teile 1 und 2 dieser Farbserie waren übrigens gelb und mein Liebling, grün!
alles Liebe,
Ingrid
PS: Weisst du eigentlich, dass ich dir helfe, deinen Style zu entwicklen, auch wenn du nicht in Zürich wohnst? Hier findest du mein online Style Coaching Angebot!
Stop! Stop! Stop!
Wenn du dich jetzt gerade abwenden wolltest, weil du meinst, grün ist nicht deinen Farbe:
Viele meiner Kundinnen denken bei grün sofort an Kermit den Frosch, eine Flasche Bier oder bestenfalls an einen Weihnachtsbaum und haben das Gefühl, grün als Kleidungsstück sieht einfach unmöglich aus.
Nicht wahr!
Um dich vom Gegenteil zu überzeugen, hier gleich mal vorab zwei Inspirationen mit total unterschiedlichen Grüntönen und Outfit Kombinationen.

Grün assoziieren wir mit Freundlichkeit, Natürlichkeit (Blätter/Gräser), Harmonie, Ruhe, Gesundheit und Frische. Auf der anderen Seite sprechen wir von Giftgrün und Unreife ("grün hinter den Ohren sein").
Unterm' Strich ist grün aber eine sehr positiv besetzte Farbe und vor allem in ihren hellen Ausprägungen ein absolutes Frühlingshighlight!
Identifizierst du dich als Person und deinen gewünschten Style mit Natürlichkeit, Freundlichkeit, Zugänglichkeit? Dann ist grün für deinen Style schon mal in der engsten Wahl!
Bist du eine Person die oft unterschätzt, oder sogar ausgenutzt wird? Steht ein wichtiges Meeting an und du musst Durchsetzungskraft beweisen? Dann setzt du entweder auf leuchtende Grüntöne wie Limette (was in grossen Mengen, z.B. als Blazer) auch recht angriffslustig wirken kann, oder du verzichtest lieber auf grün, zumindest in den soften oder pastelligen Ausführungen. So wunderschön diese "liebe" Farbe auch ist, manchmal brauchen wir etwas mehr Kraft.
Grün ist temperaturtechnisch neutral, aber es gibt Ausprägungen in die kalte und in die warme Richtung. Je nach deinem Farbtyp wählst du also eher kühle, eher warme, eher helle, eher kräftige Grüntöne.
Ich bin ja wirklich der Meinung, erlaubt ist was gefällt. Aber eine der ganz weniger Kombis in die ich niemals eine Kundin stecken würde:
Leuchtendes Limette oder Chartreuse sieht als Accessoires zu einem schlichten Look super aus und bringt sofort Lebensfreude und Kreativität in den Look. Stell' dir eine kleine, limettengrüne Umhängetasche zur dunkelblauen Jeans vor!
Hast du den ersten Artikel der "Wie Farben wirken" Serie verpasst? Hier entlang zur guten-Laune-Farbe gelb.
liebe Grüsse🍀
Ingrid
PS: Stehst du eigentlich schon auf meiner VIP-Liste? Dann wirst du immer als erste informiert, wenn es wieder einen neuen Kurs, Workshop oder andere Aktivitäten gibt!
Hier kannst du dich eintragen: VIP-Waitlist
Das werde ich seit ein paar Wochen mehr und mehr gefragt! Wen wunderst's?!
Ich freue mich immer sehr über diese Frage, denn sie zeigt, dass die Vorstellung vom Arbeiten im Pyjama ein Cliché ist, auf das wir gut verzichten können. Kleidung wirkt!
Hast du mal probiert im PJ zu arbeiten? Wie war's?
Irgendwie... blah...
"Ich fühle mich nicht wie ich!"
"Hoffentlich will nicht noch irgendwer spontan 'ne Video Konferenz ansetzen!"
Alles andere als kraftvoll und effizient, oder?
Ich sehe die aktuelle Home Office Situation als eine grosse Chance diese Arbeitsform endlich ganz selbstverständlich zum Alltag zu machen. Wie schön wär's wenn wir den vielen Unternehmen, die nicht daran glauben zeigen könnten, dass man (& Frau) sehr wohl effizient und professionell im Home Office arbeiten können? Wie praktisch, wenn endlich der Arbeitsweg wegfällt! Erst recht für alle, die morgens noch Kids auf unterschiedliche Kindergärten und Kitas verteilen müssen?!


Videos und Fotos schlucken viel Farbe und wir sehen schnell müde aus. Wer also von Natur aus eher blass ist, der legt besser etwas mehr Rouge und Mascara auf, als "im richtigen Leben".
Vorsicht ist bei kleinen Mustern geboten. Sie können im Video ein unangenehm flimmerndes Bild erzeugen (Moiré-Effekt). Also lieber auf einfarbige Oberteile oder grosse Muster setzen. Ganz besonders kleine Karos, Streifen oder feine Linien vermeiden. Ich selbst habe neulich beim Schneiden eines meiner Videos entdeckt, wie mein Leoprint (ca. 3cm Durchmesser) ganz blöd flimmert.
Was sind deine Tips? Was trägst du am liebsten im Home Office? Lass' es uns wissen unten im Kommentarfeld!
frohes Schaffen & bis nächste Woche!
Ingrid☀️
PS: Ganz besonders im Business ist die richtige Farbwahl sehr wichtig! Auf Grund der Farben die du trägst, kannst du durchsetzungsstark oder naiv rüberkommen! Kennst du schon meinen Artikel über die Wirkung von Farben? Bitte hier klicken!