Es ist die ewige Frage: "Welches ist die perfekte Rocklänge für mich?"
Du bist nicht allein mit dieser Frage – viele Frauen stehen genau hier: vorm Spiegel, mit einem tollen Rock in der Hand, und fragen sich, ob der ein paar Zentimeter kürzer oder länger nicht doch vorteilhafter wäre.
Die gute Nachricht: Du brauchst diese eine Antwort nicht, schliesslich schreiben wir nicht mehr 1950 und du darfst deine Knie zeigen. Skandalös, ich weiss!
Und vor allem: Wie langweilig wäre es, wenn du dich von jetzt auf alle Zeit auf eine Rocklänge beschränken müsstest? Öde, oder? Wie schön, dass es viel mehr Mittel und Werkzeuge gibt, wie du grossartig aussiehst in jeden Rocklänge.
Was macht die "richtige Rocklänge" überhaupt aus? Wenn ich hier nachhake, antworten meine Kundinnen meist, dass sie möglichst vorteilhaft (aka schlank) aussehen möchten.
Und hier möchte ich wirklich ehrlich mit dir sein:
Die Rocklänge alleine macht dafür einen minimalen Unterschied. MINIMAL. So minimal, dass die vermeintlich richtige Rocklänge sogar zu deinem Nachteil sein kann, wenn du deshalb einen Rock trägst, der einen blöden Stoff, einen unpraktischen Schnitt und eine doofe Farbe hat und den du - am allerschlimmsten- nichtmal magst.
Ein Rock (jedes andere Kleidungsstück natürlich auch) besteht ja nicht nur aus der Länge.
Ein und dieselbe Länge wirkt in einem leichten, fliessenden Stoff ganz anders, als in einer steifen A-Linie.
Klingt kompliziert? Gut, dass es das nicht ist.
Alles was wichtig ist, ist, dass du einen Rock findest, der dir so richtig gut gefällt. Ganz subjektiv. Den du so richtig liebst und am liebsten jeden Tag tragen würdest. -Kannst du jetzt schon fühlen, wie du darin strahlen würdest? Eben! Dann sind wir auf dem richtigen Weg.
Jetzt wollen wir dieses Stück für dich stylen.
In meinem Beispiel unten siehst du ein und denselben -relativ einfachen- Rock 4x unterschiedlich kombiniert.

Hier kannst du richtig schön sehen, wie viel länger und schlanker, Outfit 2 aussieht verglichen mit Outfit 1.
Übrigens: Das liegt zum kleinsten Teil an dem dickeren Pulli links.
Weniger optische Unterbrüche (wir sprechen auch gern von horizontalen Linien) im Outfit 2. Das Auge kann ohne Unterbruch von oben nach unten fliessen. Daher die längere und schmalere Wirkung.
Im ersten Look unterbricht der optische Fluss auf der Hüfte (Übergang von Pulli zu Rock), am Rocksaum (Übergang von Rock zu Bein), sowie am Schaft der Booties (Übergang von Bein zu Schuh).
Dies muss übrigens überhaupt nicht schlecht sein, wenn du z. B. eine sehr grosse Frau bist, kommt dir dieser Effekt gelegen.
Was mir wirklich am Herz liegt, dir heute mitzugeben:
Stil ist nicht, dich durch (veraltete!) Regeln einschränken zu lassen. Stil ist, wenn DU in deinem Outfit sichtbar wirst.
Auf welches meiner 4 Beispiele oben hast du Lust?
Garkeines?
Auch super, -es gibt noch soo viel mehr Möglichkeiten, diesen einen simplen Rock zu kombinieren.
Die eine Frau strahlt in Outfit 4, weil sie das Freche, Lässige und Modische der faux-fur-Bomberjacke im Stilbruch mit den lieben Mary Janes mag, eine andere wirkt so richtig cool im schlicht - sportlichen Outfit Nr. 3 mit dem Eyecatcher-Gürtel. Vielleicht passt für dich noch etwas ganz anderes.
Ist es nicht faszinierend, wie unterschiedlich diese Outfits wirken? Alle mit genau demselben Rock?
Wenn du dir jetzt denkst, du hast zwar viel, aber nix "schönes": Die Magie liegt in der Kombination.
Lege los und kombiniere deinen vermeintlich falschen, alten Rock mal ganz anders als sonst.
Nur weil der vielleicht businessmässig daherkommt, musst du ihn noch längst nicht mit einer Business- Bluse kombinieren. Wahrscheinlich kommt er dir sogar deshalb so altbacken vor. -Und du fragst dich womöglich, ob es die falsche Länge ist..?
Höchstwahrscheinlich ist es einfach die falsche Kombi für dich!
Wie wäre es, wenn du deinen alten Bleistiftrock, den du nicht mehr ins Office tragen magst, mal mit einem weiten Kuschelpulli und derben Boots kombinierst?
Oder mit einem Seidentop und spitzen Ballerinas für den Abend?
Voilà: 2 Neue WOW-Looks mit dem "falschen" Rock.
Anstatt dich an Nebenschauplätzen, wie der Länge, zu verzetteln und dann mit einem langweiligen Fehlkauf zu enden, kauf nächstes mal beherzt einen Rock, den du so richtig liebst. Der dein Herz hüpfen lässt. Du darfst das! Einfach so. Er wird deinem selbstbewussten Stil so viel besser tun, als die vermeintlich richtige Länge.
Wenn du z. B. einen deutlich schwereren Ober- als Unterkörper hast und möchtest, dass dein Körper etwas mehr in Balance kommt:
Röcke und Hosen, die an einer kräftigen Stelle deiner Beine enden, lassen die Beine kräftiger wirken, was dir entgegen kommt. Beispiel: Die kräftigste Stelle deiner Waden oder auch mitten auf dem Knie.
Wenn du wirklich schwere Beine hast und diese im Vergleich zum Oberkörper grob wirken:
Du machst es genau umgekehrt: Wähle Röcke und Hosen, die an einer schmalen Stelle des Beines enden. Zum Beispiel in dieser "Delle" direkt unter dem Knie.
Für die 80-90% aller Frauen auf diese diese beiden Fälle objektiv nicht zutreffen:
Macht euch keinen Kopf über die "richtige" Rocklänge. Für einen zu kleinen Effekt nimmst du dir zu viel Freude und Varianten, die dir dein Outfit bieten könnte.
Die Rocklänge nur ist ein kleines Puzzleteil im Spiel deines Outfits und ihr zu viel Bedeutung beizumessen ist eines der grössten Mode-Irrtümer.
Um ein Outfit stimmig für dich zusammenzustellen, hast du immer diese 5 Elemente zur Verfügung:
Farben, Schnitte, Materialien, Details und Kombination.
Wobei die Kombination aller Teile zu einem Outfit dein grösster Hebel ist.
Wenn du mehr darüber lernen willst, authentische und raffinierte Outfits zu kombinieren, dann setze dich hier auf die Infoliste für den Style Me Happy Club und ich informiere dich, wenn's wieder losgeht.